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Interviews

Yogalehrerin Christina Valeska im Interview

26. Mai 2015
Christina Valeska

Christina Valeska ist langjährige Anusara Yogalehrerin und Ayurveda Therapeutin. Sie hat sich auf weibliche Spiritualität spezialisiert. Christina hilft Frauen in ihren Workshops und Retreats, wieder in ihre eigene Kraft zu kommen, ihren inneren Reichtum und ihre Weiblichkeit wiederzuentdecken – und in vollen Zügen zu leben.

Christina, was bedeutet für Dich Selbstliebe?

Selbstliebe ist für mich eine zutiefst spirituelle Praxis. Kern-Element von dem was ich versuche zu  leben.

Dein Fokus liegt auf femininer Spiritualität, was bedeutet das?

Weibliche Spiritualität bedeutet,  bewusst in einem weiblichen Körper unterwegs zu ein. Seine eigenen Nuancen als Frau einzubringen. Es ist etwas Besonderes eine Frau zu sein. Ich bin durch einen Mangel in meiner herkömmlichen Yoga Praxis darauf gestoßen. Es hat immer etwas gefehlt. Das Sinnliche, das Nährende und Freudvolle. Wenn ich mich darauf einlasse, was mich nährt und mich mir näher bringt, ich mich mit meiner eigenen Kraft mehr verbinden kann, dann kann ich wachsen.

Christina Valeska

Unterrichtest du nur Frauen?

Ich unterrichte in den letzten Jahren hauptsächlich rein feminine Gruppen und Retreats, aber manchmal auch noch mit viel Freude gemischte, offene Klassen oder Workshops.

Glaubst du, wenn wir uns unserer Weiblichkeit bewusster werden, dass Neid und Missgunst unter Frauen verschwindet?

Für mich hat es eine absolute Wandlung gegeben, was mein Verständnis von „in Kontakt treten“ mit anderen Frauen betrifft. Durch die Hinwendung zum Weiblichen kann ich es mehr zulassen, etwas gespiegelt zu bekommen, was mir vorher vielleicht sehr unangenehm war. Das hilft mir, mich in meiner Ganzheit anzunehmen.

Hat sich schon mal ein Yogaschüler in dich verliebt?

Ja. Und ich war auch schon mal in einen Schüler verliebt.

Wie gehst du damit um?

Einfach damit sein. Es ist keine Beziehung daraus entstanden. Aber es war eine schöne Erfahrung. Ich finde es menschlich und eine Bereicherung, wenn wir uns Yogalehrer erlauben, menschlich zu sein und uns nicht einfrieren. Es ist immer ein Unterschied, wie ich es auslebe. So lange ich keine Position ausnutze, sondern es ganz natürlich geschieht, ist das ok. Ich möchte als Yogalehrer keine Gefühle ausschließen müssen, dann wäre ich am falschen Platz.

Wie bist du zum Anusara Yoga gekommen?

Ich bin in Amerika einfach in eine Anusara Yoga Klasse reingestolpert, ohne zu wissen, was das eigentlich ist. Das Komplett-Erlebnis von herzorientierter, geführter, lebendiger, zugewandter Yogapraxis mit Struktur und Didaktik hat mich sofort angesprochen.

Was magst du besonders an dieser Yoga Richtung?

Der therapeutische Ansatz und die tantrische Philosophie.

Christina Valeska

Wie sieht deine eigene Yogapraxis aus?

Kreativ und abwechslungsreich. Der Begriff Yoga ist für mich unheimlich weit geworden in den letzten Jahren. Ich versuche mir keine Vorgaben mehr zu geben, damit ich es meine Yogapraxis nennen darf. Oder sagen kann, ich praktiziere jeden Tag Yoga. Es muss mir absolut Freude machen, mit mir stimmig sein. Und wenn das heißt, dass ich mich erst einmal 10 Minuten durchschüttle oder auf dem restorativen Bolster hin und her rolle. Dann gibt es auch wieder Phasen, die wie eine klassische Yogapraxis aussehen. Meine Yogapraxis ist ein Teil meiner Selbstliebe –  frei und mit Freude damit zu sein. Mir ist es nicht mehr so wichtig, wie es im Außen aussieht.

Hast du ein Morgen Ritual?

Morgens trinke ich heißes Ingwerwasser, ziehe Öl und natürlich mache ich die Zungenreinigung.

Wer inspiriert dich?

Meine größte Inspiration als Mensch im Moment ist Chameli Ardagh, die das Awakening Women Instituts leitet und die ich als Assistentin begleite. Sie ist ein überquellender Strudel an Inspiration für mich. Die Natur ist für mich eine weitere Inspiration, das war schon immer so. Mit weiten Sinnen durch die Natur zu gehen, da kann ganz viel entstehen. Auch meine Kollegin Maud Drogi ist eine wahnsinnig inspirierende Persönlichkeit, die einfach durch ihr Licht und ihr Dasein mein Leben bereichert.

Christina Valeska

Was ist das Awakening Women Institut?

Das Institut ist praktisch auf das Erwachen von Frauen ausgelegt, in Form von gelebter Praxis. Die Frauen begegnen sich, praktizieren zusammen, die Weiblichkeit wird gestärkt. Es gibt mittlerweile weltweit eine Community von Frauen, die zusammen praktiziert. Auch online. So wird eine ganz neue Qualität von Gemeinsamkeit geschaffen.

Welches Yogabuch kannst du uns empfehlen?

Awakening Shakti von Sally Kempton. Das Aufgreifen der Archetypen der hinduistischen Mythologie ist hier das Hauptthema. Das ist genau das, was wir auch in den Frauengruppen machen, um tiefer zu gehen. Um zu schauen, was in uns noch an Reichtum zu entdecken gibt.  Tolles Buch!

Wenn du mehr über  Christina Valeska und ihre Arbeit erfahren möchtest:

christinavaleska.de

Fotocredit: kattazensen.de

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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