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Mind Unkategorisiert

Die Disziplin des Zuhörens

10. September 2014
Zuhören

 

Heutzutage kommunizieren wir auf allen Kanälen. Klönen grölend am Telefon, mailen wild hin und her, twittern über Belangloses oder simsen uns die Finger wund. Wir senden ununterbrochen unsere Gedanken durch die Galaxien.

Doch wie sieht es mit unserem Gegenüber aus. Hören wir ihm überhaupt noch zu? Oder sind wir so satt von unseren eigenen Worten, dass es uns völlig schnurz ist, was der andere uns mitteilen möchte? Während der andere zur Sprache kommt (auch virtuell), haben wir schon gedanklich den Zenit überschritten. Resultat: Wir reden (simsen, trommeln, twittern…) wahrscheinlich völlig aneinander vorbei. Werden zornig und kriegen uns heftig in die Haare.

Zuhören kann man lernen

Zuhören ist eine Kunst. Leider eine, die sehr stiefmütterlich behandelt wird. Zuhören hat etwas mit gnadenloser Disziplin zu tun. Sich einen Moment zurücknehmen, mal die Klappe halten und dem anderen Raum geben. Lausige Zuhörer sind unerwünscht. Und auch die, die nur still nicken und so tun, als ob. Und den Namen nach zwei Sekunden schon wieder vergessen haben. Umfragen haben ergeben, dass „Zuhören können“ eine wichtige Fähigkeit für beruflichen Erfolg ist.

Nahrung für das Gehirn

Zuhören soll übrigens auch, Achtung, Nahrung für das Gehirn sein. Die grauen Zellen funktionieren wie eine Batterie, die sich durch elektro-neurale Reize aufladen lässt. Dr. Giselher Guttmann, Neurologe der Universität Wien, hat beobachtet, dass Gehirnströme von bis zu 30 Millionstel Volt unsere Leistungsfähigkeit beeinflussen. Heißt: Das Gehörte wird mit seinem elektrisches Potenzial direkt ans Kleinhirn gesendet, das die Körperbewegungen kontrolliert und von dort ins limbische System, das wiederum die Emotionen steuert. Zuhören beeinflusst unseren Körper also positiv – recht unabhängig, huch, vom Inhalt.

Bitte aktiv werden

Je älter wir werden, desto mehr steigt unsere Fähigkeit des Zuhörens. Leider nicht die Bereitschaft, und da ist der Haken, es wirklich zu tun.  Erwachsene können pro Minute ungefähr 125 Worte kundtun. In der gleichen Zeit aber 400 Worten lauschen. Zuhören bedeutet nicht, dass wir nur still dasitzen und hübsch das Köpfchen hin und her schaukeln. Nein. Gute Zuhörer werfen auch mal eine lebenskluge Frage ins Gespräch. Erkundigen sich, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Aber natürlich nicht sofort. Erst einmal ist Aufmerksamkeit angesagt. Klappe halten, sozusagen. Nicht dazwischen quasseln. Ganz wichtig: Ratschläge bitte nur nach Aufforderung austeilen!

Zuhören ist ein Akt des Mitgefühls und Respekts. Zuhören kann man lernen, (es ist nie zu spät) und als yogische Übung verstehen. Es erfordert Bereitschaft, Schweiß und einen Hauch Egolosigkeit. Nur für diesen Moment. Oder?

Bist du ein guter Zuhörer?

 

 

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Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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