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Soulspiration // Warum ich auf Erfahrungen aus zweiter Hand nichts gebe

3. April 2017
Madhavi Guemoes

Ich sitze gerade am Flughafen von Tel Aviv.  Die Sicherheitskontrolle habe ich innerhalb von zehn Minuten passiert, und befinde mich bereits am Gate. Viel zu früh. Man solle mindestens drei Stunden vorher da sein, impfte man mir ein. Die Sicherheitskontrolle in Tel Aviv sei knallhart, man brauche Geduld, athletische Nerven und Zeit. Viel Zeit. Ich fliege mit EL AL. Eine der sichersten Fluglinien der Welt. Mit einem ganz eigenen Sicherheitssystem. Aber zu Tel Aviv bald mehr.

Klar, wurde mein Koffer geöffnet. Meine Schlüpper mit einem piepsenden Gerät nach Sprengstoff untersucht. Wenn ich aber weiß, dass es nur zu meiner eigenen Sicherheit dient, ist mir das völlig schnuppe.

Am Flughafen Berlin-Tegel brauche ich bei dem oft lahmen Personal unter normalen Umständen länger. Vielleicht hatte ich aber nur Glück. Auch bei meiner Reise nach New York ging es rund. Ich wurde vorher bereits wild gemacht mit Aussagen über die Security am Flughafen. Alles so kompliziert, ach so anstrengend. Am besten gleich zu Hause bleiben. Schnarch.

Erfahrungen sind ganz individuell

Ich mache mir immer gern mein eigenes Bild. Von Ländern, Retreats, Essen, Fortbildungen, Büchern, Musik…..aber auch von Leuten um mich herum. Erzählt mir jemand,eine Person sei komplett hirnverbrannt, gebe ich nicht so viel darauf. Ich lasse mich selten beeinflussen, denn man weiß nie, was hinter einer Aussage steckt. Vielleicht Neid, Missgunst, Angst? Lieber Offenheit bewahren.

Menschen sind so grundverschieden. Mein Erleben muss mit dem der anderen überhaupt nicht übereinstimmen und umgekehrt. Letztes Jahr erzählte ich einer Bekannten von meinen Israel Plänen. Sie schaute mich mit großen Augen an. „Tel Aviv? Die schlimmste Stadt der Welt!“ Sie wäre nach ein paar Tagen heulend wieder abgereist. Kurz dachte ich darüber nach, meine Pläne über Board zu werfen. Ich habe es letztendlich dann komplett anders wahrgenommen. Jeder lebt seine eigenen Geschichten.

In New York City kann ich zum Beispiel die Welt um mich herum komplett vergessen, mehr entspannen als in einer Hängematte auf den Seychellen. Da würden mir manche den Vogel zeigen. Wer sich pudelwohl auf Ibiza fühlt, wird von mir nur ein Kopfschütteln ernten, bin ich bereits zwei Mal frühzeitig abgereist, weil ich die Energien dort so heftig fand. Skorpion Insel. Nichts für mich.

Jeder beobachtet das Leben. Und teilt es kräftig mit der Welt. Es ist wichtig, sich davon nicht allzu sehr beeinflussen zu lassen. Warum? Weil wir uns dadurch in unserem eigenen Erleben beschneiden. Vielleicht eng werden, bevor wir überhaupt etwas erfahren können. Immer schön wach bleiben!

Ich bin auch sehr froh, dass ich meinen Mann kennenlernte, als es noch kein Facebook gab. Auch hat man damals noch keine Menschen gegoogelt. Das mache ich auch heute eher selten. Wenn ich an meine Kinder denke, wird mir ganz schwindelig. Es bleibt gar kein Platz zum Kennenlernen, wenn man sich vorher mit Suchanfragen nach einer Person abstrampelt. Neulich hörte ich davon, dass Eltern andere Eltern googeln. Sie wollen alles wissen, aber machen sich keine Mühe, die anderen Eltern mal auf einen Tee einzuladen. Meinungen und Erfahrungen aus zweiter Hand entsprechen oft nicht dem, was unserer Wahrheit gleicht.

Es ist so wichtig, die eigene Birne scharf zu stellen. Zu Hinterfragen. Einen Weitblick zu behalten, dann schenkt das Leben uns oft mehr Gelassenheit und wunderschöne Überraschungen….

Es ist so wichtig, die eigene Birne scharf zu stellen. Zu Hinterfragen. Einen Weitblick zu behalten!Click To Tweet

#lifeisarollercoaster

Madhavi

© Maria Schiffer

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