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Unkategorisiert Yoga

Yogalehrerin Gabriele Besser – über Schwangere, Mojitos und Neid

22. Juni 2014
Gabriele Besser

Gabriele Besser ist eine liebevolle und einfühlsame Yogalehrerin, die werdenden, sowie Müttern mit Babys eine große Unterstützung ist – in einer Zeit, in der sich für eine Frau alles verändert. Sie gibt auch reguläre Kundalini Yogastunden, die ich unbedingt bald mal besuchen möchte! Ich sprach mit ihr über Mütter, Neid und ihre Motivation.

Was unterrichtest du lieber: Schwangeren- oder Mutter-Kind-Yoga?

Da beides sehr unterschiedliche Qualitäten hat, kann ich die Frage gar nicht so kurz beantworten. Beim Schwangerenyoga liebe ich diese besondere Energie die werdende Mütter mitbringen und die dem Yoga eine spürbare Tiefe gibt. Vermutlich rührt diese daher, dass Schwangere sich in einem ganz natürichen Transformationsprozess befinden. Das macht es mir als Lehrerin sehr leicht, obwohl ich eine große Verantwortung trage. Im Gegensatz dazu bin ich beim Yoga mit Baby viel mehr gefordert, die Energie zusammenzuhalten. Die Frauen haben ein großes Bedürfnis danach sich auszutauschen, Fragen zu stellen und sie sind natürlicherweise auch mehr abgelenkt durch das Baby. Hier ist es meine Aufgabe, eine Atmosphäre der Ruhe und des „sich aufgehoben Fühlens“ herzustellen, damit das Yoga seine Wirkung entfalten kann.

Wie kamst du dazu?

Ich habe viele Jahre als Kinderkrankenschwester in der Intensivpflege gearbeitet. Natürlich steht auch dort der Mensch und der absolute Wunsch ihn bei seiner Heilung zu unterstützen im Mittelpunkt, aber eben oftmals unter Einsatz aller möglicher High-Tech Medizin. Irgendwann entstand bei mir zunehmend das Bedürfnis nach einer ganzheitlicheren Medizin, nach mehr Mitgefühl und auch nach spirituellen Aspekten der Heilung. Zunächst war Yoga „nur“ ein Ausgleich zu meinem beruflichen Alltag auf einer kardiologischen Intensivstation und meinem familiären Alltag mit zwei kleinen Söhnen und einem viel beschäftigten Ehemann. Nach und nach bewirkte es aber eine so tiefgreifende Veränderung bei mir, dass ich es als den ganzheitlichen Weg begriff, den ich mir gewünscht hatte.

Gabriele Besser

Was ist deine Motivation?

Meine Motivation ist, Frauen, Schwangere oder Mütter mit ihren Babys, mit meinem Wissen, dass ich aus der Medizin und dem Yoga mitbringe zu unterstützen. Sie ein Stück auf ihrem Weg durch das „Abenteuer“ Frau sein oder Mutter zu werden zu begleiten. Ich wünsche mir, dass meine Yogaklassen ein Ruhepol, eine Oase für meine Schülerinnen sind, in denen sie in den Zeiten des Umbruchs und der Veränderung neue Kraft schöpfen und zu sich selbst kommen können.

Bist du auch mal von den Müttern genervt?

Eher selten. In meinen Kursen sind ganz tolle Frauen und zauberhafte Babys. Ich empfinde meine Arbeit als großes Privileg und erinnere mich trotz meiner Professionalität im Umgang mit Kindern, wie besorgt und unsicher ich am Anfang war, als meine Kinder klein waren. Viele meiner Schülerinnen leben in Hamburg weit weg von ihren Familien, so dass sie oft auf großelterliche Unterstützung völlig verzichten müssen. Darum ist ein ganz wichtiger Aspekt beim Yoga auch noch der, die Möglichkeit zu haben ein Netzwerk zu knüpfen. Das dies auch tatsächlich geschieht, erfahre ich durch Feedback, wenn ich erzählt bekomme, welche Gruppen sich noch lange nach Kursende regelmäßig weiter treffen, oder welche Freundschaften zwischen den Frauen gewachsen sind.

Du unterrichtest auch Kundalini Yoga. Was magst du an dieser Yoga-Richtung?

Ja, ich unterrichte Kundalini Yoga und das mit großer Leidenschaft. Es ist eine Form des Yoga, die leicht zu erlernen ist, keine speziellen Voraussetzungen (z.B. besondere Beweglichkeit) erfordert und somit wunderbar geeignet ist für besondere Lebensphasen, wie beispielsweise Schwangerschaft und Rückbildung, aber auch Zeiten starker beruflicher oder familiärer Herausforderungen. Zeiten, in denen wir ein sanftes Üben und Innehalten bevorzugen. Also mehr ein „work in“ als ein workout. Ausserdem liebe ich das Singen von Mantras! ; ))

Gabriele Besser

Dein Studio wächst. Wie ist deine Philosophie?

Meine Vision war und ist es, einen Ort zu kreieren, an dem sich gleich gesinnte Menschen treffen können um gemeinsam Yoga zu praktizieren, zu meditieren, zu singen, zu lernen und sich auszutauschen und das, über die Grenzen der einzelnen Traditionen hinaus! Na ja, und dann gehört natürlich auch noch eine schöne und liebevolle Atmosphäre dazu, ein klares Design, frische Blumen, Tee für die SchülerInnen, eine wohlduftende Wasch- und Handlotion im WC ……….Feinheiten und Kleinigkeiten, die aber sehr wichtig sind im Gesamtbild.

Kannst du vom Unterrichten leben?

Ja!

Bist du manchmal erschöpft und sehnst dich nach einem 08/15 Job?

Natürlich bin ich manchmal erschöpft; aber die Arbeit die ich tue, ist genau die, die ich tun möchte und die mich glücklich macht.

Was macht dich noch glücklich?

In der Natur sein; in den Bergen oder am Meer. Bei einer Wanderung in den Bergen auch durchaus die eigenen Grenzen auszuloten, aber auch den Alltag vollkommen hinter sich zu lassen. Oder am Meer sich mit den Elementen verbunden zu fühlen, die meditative Kraft des Ozeans zu spüren. Mit meiner besten Freundin Sushi-Essen bei „best friends“. Das Singen von Mantras; am Schönsten natürlich bei einem Kirtan. Mit Freunden zu kochen und zu essen und noch lange gemeinsam am Tisch zu sitzen. Zu sehen, wie meine Vision eines Ortes der Begegnung mit Yoga mehr und mehr lebendig wird.

Kennst du Neid?

Da muss ich ‚mal mit Goethe antworten: „Nichts menschliches ist mir fremd.“ Aber Gott sei Dank bin ich nicht soo anfällig. 🙂

Gabriele Besser

Was rätst du einer jungen Mutter?

Praktiziere regelmäßig Yoga, vertraue auf Dich, höre auf Deine innere Stimme. Sei Dir auch selbst eine gute Mutter. Liebe Dein Kind so wie es ist. Du bist die Expertin.

Yogischer Geheim-Tipp?

Das Singen von Mantras. Es öffnet das Herz und macht einfach glücklich. Ich lasse ganz oft einfach eine CD laufen und singe „aus vollem Herzen“ mit. Herrlich!

Zitat in schlechten Zeiten?

„Sei wild und frech und wunderbar“

Diesen Ausspruch hat Astrid Lindgren meiner Heldin Pippi Langstrumpf in den Mund gelegt. Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraimstochter ist für mich schon seit Kindertagen ein Vorbild. Mit einem Vater, der immer auf See ist und einer Mutter, die ihr vom Himmel aus zusieht, schafft sie es doch, das Leben und sich selbst zu lieben. Sie macht es uns vor, sich selbst ein guter Vater und eine gute Mutter zu sein.

Gin Tonic oder Champagner?

Am allerliebsten Mojito (in der 20th up Bar mit atemberaubendem Blick auf die Elbe und den Hafen – man gönnt sich ja sonst nichts…..)

Ich kann jeder Frau, die schwanger ist, oder gerade eine Schwangerschaft hinter sich hat, den Yogaunterricht von Gabriele Besser sehr empfehlen!

Mehr zu Gabriele Besser findest du hier !

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