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Kolumne: Frauenfreundschaften – ein heikles Thema

11. February 2014
Frauenfreundschaften

Ich sprach neulich mit einer Freundin über Beziehungen zu Frauen – quasi Frauenfeindschaften. Sie erzählte mir, wie schwer sie es momentan hat. Im Beruf. Sie ist sehr erfolgreich, hübsch und noch viel wichtiger: klug. Eine brenzlige Mischung. Eine Kollegin mobbt sie und lässt ganz unterschwellig kein gutes Haar an ihr. Sie sagt: „Ich verstehe es nicht. Ich gönne jedem die Welt und noch viel mehr. Was soll ich nur tun?“ Ich  nickte und hatte keinen Rat. Meine Mutter sagt in solchen Situationen grundsätzlich diesen einen Satz: „Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man umsonst.“ Frauen können grausam sein. Mein Mann meint: „Also, das gibt es bei uns Männern nicht.“ Das kann ich natürlich nicht überprüfen, doch bemerke ich, dass mehr und mehr Freundinnen völlig am Ende sind. Nicht, weil sie zu viel arbeiten, nein, weil irgendeine Frau ihnen grad das Leben zur Hölle macht.

Frauenfreundschaften: Es wird zu viel von ihnen verlangt.

Ich fragte meine Ärztin beim letzten Besuch, ob sie eine beste Freundin hat. Ich las vorher in einer Zeitschrift im Wartezimmer darüber, dass jede Frau eine bräuchte. Sie verneinte. „Was soll das? Wir sind erwachsen, können auf uns selbst aufpassen und wenn ich dann mal einen Rat  benötige, gibt es schon eine Person, der mir diesen geben kann“, sagte sie.

Ich dachte nach. Wer ist eigentlich meine beste Freundin? Alle scheinen eine zu haben. Eine, mit der sie tolle Feste feiern. In den Urlaub fahren. Sich nächtelang Geheimnisse erzählen. Aus einem Glas Nutella naschen. Sich unfassbar gut verstehen, kein Neid, keine Zickerei. Woran messe ich eine beste Freundin also? An der Länge der Freundschaft? An der Intensität? An dem „du bist immer für mich da“ Faktor?

Ich habe tolle Freundinnen. Jede steht für etwas. Wir können doch nicht erwarten, dass ein einziger Mensch immer für uns da ist und uns alles bieten kann, oder? Ich möchte auch keinen Menschen auf ein Podest stellen: Du = BESTE FREUNDIN. Darunter dann: ZWEITBESTE  und so weiter. Wir sollten uns grundsätzlich mehr und mehr von solchen Etiketten befreien. Und: uns selbst die allerallerbeste Freundin sein!

Osho sagte mal: Wir kommen allein und wir gehen allein. Das war das Mantra meiner Freundin Dhira und mir, als wir zusammen in Indien in einer Wohnung lebten. Das sagten wir uns nicht, weil wir unsere Unabhängikeit voneinander zelebrieren wollten. Es war der Spruch den wir uns zuriefen, wenn irgendein Volldepp uns das Herz gebrochen hatte. Dazu kam dann ein weiterer Satz, auch von Osho: „This too will pass.“ Das hatten wir sogar, wenn ich mich recht erinnere, ganz groß an die Wand gepinselt. Egal was passiert – es wird schon vorbeigehen. In diesem Sinne!

 

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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