Flatus Vaginales
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Let´s talk about: Flatus Vaginales

Achtung! Jetzt wird es persönlich. Die neue Kategorie „Let´s talk about“ behandelt Themen, über die keiner so wirklich spricht oder schreibt. Wer damit nicht umgehen kann, bitte schnell umschalten!

Jahrelang war ich auf der Flucht vor Flatus Vaginales. Äh, bitte was? Flatus Vaginales ist der Furz, der aus der (huch, was schreibe ich denn jetzt, damit es noch elegant klingt) Scheide kommt. Passiert beim Sex oder beim Yoga, wenn sich im Becken Luft ansammelt und wieder hinausströmt, wenn man es am wenigsten braucht. Letzteres war für mich lange der absolute Super-Gau, ich schämte mich in Grund und Boden, wenn es passierte – was ja eigentlich totaler Käse ist.

Das erste Mal geschah es, irre lange her, im vollen Rad (Urdhva Dhanurasana). Wer jetzt nicht weiß, wie diese Stellung aussieht, bitteschön. Ich war in den Yogalehrer verknallt (nichts passiert, ich schwör), der zu der Zeit bockig enthaltsam lebte und nun einen Stall voller Gören besitzt. Er stand während der besagten Yogastellung neben mir und bat mich, ein Bein zu heben – eine Art fortgeschrittenere Variante. Es war eine Anfängerstunde, und er wollte mich als Yogalehrerin wohl ein bisschen fordern.

Ich hob das Bein und naja, ihr könnt euch ja denken was geschah. Ein Flatus Vaginales, wie man ihn nennt, (er hat eigentlich einen anderen Namen, aber der heißt übersetzt „geschwätzige Vagina“, was ich so nicht schreiben will) entwischte mir, und ich wollte auf der Stelle aus dem Rad knallen, mein Genick brechen, Krankenwagen, Tschüss, und nie wieder Yoga machen.

Ich weigerte mich nach der Pleite das zweite Bein zu heben und wurde leicht panisch. Er bestand darauf, tat so, als hätte er vorher nichts gehört, und ich bekam ganz urplötzlich einen Krampf in meiner Wade und musste flink aus der Stellung rauskullern.

Das zweite Mal stand ich in der Grätsche (Prasarita Padattonasana) auf der Yogamatte, vorn übergebeugt, im Yogaraum Hamburg. Als ich wieder aus der Stellung auftauchte, ertönte ein riesiger Knall, der nicht aufhören wollte, so als hätte ein Elefant einen abgeknattert.

Gelächter. Nicht laut, aber ich habe es vernommen. Ich war nicht fähig, meine Beine zu schließen, hatte nichts unter Kontrolle und beschloss, diese Yogastellung nie wieder einzunehmen (ich sperre mich jetzt grundsätzlich auf der Toilette ein!).

Schlimmer wurde es nach der Geburt meiner Kinder. Ich unterrichtete den Kopfstand, machte ihn dummerweise vor, und als ich wieder herauskam, trötete mein Unterleib fröhlich das Gayatri Mantra. Leider blieb es nicht dabei, ich konnte kaum gehen ohne den Lärm im Untergeschoss.

Während man bei einem Analseufzer so halbwegs alles unter Kontrolle hat, (wenn es dann halt passiert, auch nicht schlimm), ist ein Flatus Vaginales ein unberechenbares Ding. Es müffelt zwar kein Stück, trägt aber nun auch nicht gerade zur Entspannung bei.

Ich klagte einer Freundin mein Leid. Sie gab mir folgenden Tipp, für den ich ihr heute noch unendlich dankbar bin: „Stopf einfach einen Tampon in die Muschi, dann passiert das nicht mehr.“

Man könnte mir jetzt vorwerfen: „Madhavi, du hast ja nicht mehr alle Steine auf der Schleuder.“ Und ich würde kräftig mit dem Kopf nicken. Mittlerweile bin ich aber viel entspannter, verhaftungsloser, weil ich es auch nicht schlimm finde, wenn es jemanden neben mir geschieht. Mein Beckenboden ist jetzt aber auch sehr tüchtig, damit könnte ich…., gut lassen wir das.

Wer mit dem Flatus Vaginales Probleme hat, sollte folgende Punkte beherzigen:

  • Beckenboden stärken, stärken, stääääääärken!!!
  •  Einfach laut husten, wenn es passiert.
  • Einen Krampf simulieren.
  •  Der Yoga-Nachbarin die Schuld in die Schuhe schieben, indem ihr sie anlächelt und ihr zuraunt: „Mach dir keinen Kopf, das kann jedem passieren.“
  • Online Yoga machen, bis der Beckenboden wieder fit im Schritt ist.

Ach, oder einfach damit entspannen und nicht verrückt machen. So ein bisschen Luft hat noch niemanden geschadet! Pfffffffft.

Was meint ihr?

 

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