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Let’s talk about // Hallo Zuspätkommer, es nervt!

26. Oktober 2017
yoga-zuspätkommen-achtsamkeit

Die letzten 20 Jahre, in denen ich fast täglich Yogastunden besucht habe, bin ich nicht ein einziges Mal zu spät in eine Klasse gekullert. Auch nicht, als ich zwei Kleinkinder hatte, nicht mehr geradeaus gucken konnte, durch zu wenig Schlaf, oder mein Mann zu spät um die Ecke gekrochen kam, um mich abzulösen.

Das heißt nicht, dass ich nie zu spät war, im Gegenteil. Doch ich hatte immer den nötigen Respekt, eine Yogastunde nicht mittendrin zu stören, weil ich der Meinung war, eine Auszeit zu brauchen, und mir völlig schnuppe war, was die anderen davon hielten. Ich bin einfach nicht mehr hineingegangen. Punkt.

Lange habe ich selbst Yoga unterrichtet und meine Schüler irgendwann streng dazu erzogen, keine Sekunde zu spät in die Yogaklasse zu tanzen. Weil es mir einfach gehörig auf den Zeiger ging, wenn jemand, während ich die Meditation oder Atemübungen anleitete, wie ein Elefant die Yogamatte ausrollte, rücksichtslos in der Tasche kramte, die saftige Nase im Taschentuch entleerte und so tat, als wäre er völlig allein im Raum.

Als ich vor ein paar Wochen in New York war, fiel es mir während der Yogastunden besonders auf. Ich fühlte mich wie in einer überfüllten U-Bahn. Tür auf, Tür zu. Jeder kam und ging wie er wollte. Ich habe ja schon darüber geschrieben, wie wichtig es ist, Savasana nicht am Ende der Yogastunde zu schwänzen. Nun möchte ich hinzufügen, wie respektlos es ist, wenn man nicht ein paar Minuten vor der Yogaklasse, oder zumindest pünktlich, auf der Yogamatte hockt, bevor der Yogalehrer anfängt die Yogastunde einzustimmen.

Pünktlichkeit kann doch nicht so schwer sein!

Auch in Berlin passiert es so häufig. Gestern: Von 12 Teilnehmern sind fünf zu spät gekommen. Alle waren unüberhörbar. Mir tat die Yogalehrerin leid. Es stört einfach die Yogastunde, den Fluss. Außerdem ist es energetisch unglaublich anstrengend. Jedes Mal, wenn sie anfing, die Übungen zu erklären, kam jemand reingetrottet.

Nun könnte man sagen, Madhavi, reg dich nicht so auf, das gehört doch alles zum Yoga dazu. Gut, vielleicht beim Ashtanga Yoga, wenn Mysore geübt wird. Aber in einer geschlossenen Yogastunde hat das nichts zu suchen. Sollte man doch mal zu spät sein, was ja durchaus vorkommen kann, ich will ja nicht kleinlich sein, dann sollte man gefälligst warten, bis der Yogalehrer die Yogastunde angestimmt hat, und sich dann leise vorwärtsbewegen als wäre man ein kluger Geist.

Es wird immer so viel von Achtsamkeit gefaselt, dazu gibt es dann auch diese unglaublich tiefen Sprüche auf den Yogashirts. Schön wäre, wenn diese Achtsamkeit auch in Pünklichkeit umgewandelt würde, denn das würde den Stresspegel auf allen Seiten reduzieren.

Bitte einmal ausprobieren, danke!

Madhavi

 

Madhavi Guemoes

Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga – was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.


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