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Let´s talk about: Jammernde Yogalehrer

20. August 2015
Jammernde Yogalehrer

Ich höre immer wieder, ein Yogalehrer soll authentisch sein. Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht so sicher, ob ich das wirklich möchte. Warum? Das werde ich euch erzählen.

Es gibt Yogalehrer, die segeln leichtfüßig durchs Leben, sind gnadenlos optimistisch. Man fühlt sich gleich viel leichter in ihrer Gegenwart, die Last des Alltags perlt im Nu ab. Vielleicht spielen sie diese Rolle nur, aber das machen sie verdammt gut.

Dann gibt es die Fraktion, die sich nicht so ganz unter Kontrolle hat, und die Schüler anscheinend dazu benutzt, um ihren Frust abzuladen. Um diese Lehrer geht es heute.

In letzter Zeit lande ich öfters in Yogastunden, in denen die Yogalehrer total gestresst, mit der überdimensionalen Sonnenbrille und auf der Nase, im Yogastudio anrauschen, und schon beim Einchecken von ihrem miserablen Tag erzählen. Dabei handelt es sich oft um völlig uninteressanten Kleinkram, der ein wenig aufgebauscht wird.

Das ist mir gerade vor ein paar Tagen wieder passiert. Ich kam beschwingt ins Yogastudio und hatte nach der negativen Plauderei, die mich dort erwartete, gar keinen Drang mehr, am Unterricht teilzunehmen. Fühlte mich plötzlich nicht mehr gut aufgehoben und null inspiriert.

Ich wünsche mir Yogalehrer, die ihre Schüler freundlich begrüßen, sich im Wesen ein wenig zurücknehmen (ja, tatsächlich geht es hier nicht um euch, falls ihr das noch nicht geschnallt habt), und herzlich und konzentriert durch die Stunde führen können.

Euer Gejammer steckt verdammt an!

Es geht nicht darum, dass ihr den Gute-Laune-Bär mimen sollt. Wenn es euch nicht so gut geht, was ja durchaus mal vorkommen darf,  haltet wenigstens die Klappe, damit wir vor, während und nach der Yogastunde abschalten, und uns entspannen können. Wir haben schon genug Kram auf unseren Schultern kleben, wir brauchen nicht noch zusätzlich euren Mist. Wenn es einmal passiert, findet man das ja noch ganz putzig, nennt es dann herrlich authentisch, wie schön, der Yogalehrer ist auch ein Mensch. Aber auf Dauer kann das durchaus nerven. Dafür möchte ich kein Geld zahlen, dann kann ich auch in meiner Bude Yoga üben.

Klagende Yogalehrer braucht kein Mensch. Es ist ein Job! Eine Dienstleistung. Viele Leute haben ein weitaus anstrengenderen Beruf, von denen wird auch eine Menge verlangt, die dürfen sich auch nicht einfach so hängen lassen.

Bevor ihr also nächstes Mal in die Yogarunde flennen möchtet, fragt euch bitte, ob es wirklich nötig ist, und konzentriert euch lieber auf das Wohlbefinden der Schüler. Gern erinnere ich auch daran, wieder einmal selbst zu praktizieren, um die Laune ein wenig anzuheben und Stress abzubauen. Könnte helfen.

 

Om Shanti,

Madhavi Guemoes

Lasst uns diskutieren. Was meint ihr dazu?

Madhavi Guemoes

Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga – was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.


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