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Let’s talk about // Yogalehrer in der Marketingmaschinerie

28. September 2016
Yoga & Marketing

Ich habe darüber nachgedacht. Warum Yogalehrer/innen sich ständig halbnackt in irgendwelchen halsbrecherischen Posen an Stränden, mit einem bezaubernden Lächeln auf den Lippen natürlich, auf Instagram präsentieren. Einen Ambassador Job nach dem anderen annehmen, um im Strudel der Yogalehrer ein wenig Aufmerksamkeit zu erhaschen. Warum nur? Klar, gibt es einige, die nutzen das alles, um ihr Ego aufzupolieren. Aber ich glaube tatsächlich, dass dahinter etwas anderes steckt. Und ich möchte meine Gedanken dazu teilen.

Früher gab es in jeder Großstadt eine Handvoll Yogalehrer. Die hatten ihre festen Kurse, ihre Schüler. Es war eher anstrengend, dass es nur so wenige Yogalehrer waren, denn natürlich wollte jeder ab spätestens November in Indien überwintern. Vertretungslehrer waren so knapp wie ein Ibitak, sodass manche Yogalehrer dann im Winter manchmal bis zu 28 Yogaklassen die Woche unterrichteten.  Man sprach sich immer ab, wann und wie lang man in den Urlaub ging. Keiner machte sich Sorgen um seine Kurse oder Schüler, alle waren gut vernetzt, es war eine gnadenlos gute Teamarbeit. Ein Miteinander. Die Schüler kannten ihre Vertretungslehrer, es gab keine langen Gesichter.

Heute ist es anders

Es gibt mehr Yogalehrer als Schüler. Und auch die Schüler haben sich verändert. Sie hüpfen von einem Yogalehrer zum anderen. Sind oft unstetig in ihrer Praxis. Haben so unfassbar viele Möglichkeiten, dass sie manchmal gar nicht mehr zum Yoga tingeln, weil so ein Überangebot auch müde macht und Entscheidungen erfordert.

Yogalehrer mieten Räume an oder führen Studios, die sie nachts nicht schlafen lassen, weil sie nicht wissen, wie sie die Miete reinscheffeln sollen. Andere Yogalehrer unterrichten in 20 verschiedenen Studios in der Stadt. Wenn sie Glück haben, verdienen sie im Schnitt € 30,- pro Yogaklasse.

Da von einem Yogalehrer natürlich auch viel gefordert wird, muss er immer auf dem neuesten Stand sein. Am besten nebenbei noch Medizin studieren, mindestens den kleinen Heilpraktiker in der Tasche haben. Workshops müssen besucht werden. Inspirierend und strahlend soll der Yogalehrer sein. Das kostet natürlich seinen Preis! Aber wie bitteschön, soll ein Yogalehrer das alles leisten?

Ein bisschen Aufmerksamkeit hilft

Es ist kein Wunder, dass Yogalehrer ihr Marketing selbst in die Hand nehmen. Sie müssen gesehen werden, sonst gehen sie unter wie die Titanic. Natürlich gibt es Ausnahmen, bei denen es auch von allein flutscht. Da stellt sich die Frage: Wie hebe ich mich von den anderen ab? Was kann ich Besonderes anbieten, damit die Leute kommen? Und noch viel wichtiger, auch bleiben….?

Vollzeit-Yogalehrer zu sein ist harte Arbeit. Damit meine ich nicht das Unterrichten. Das ganze Drumherum. Ein Yogalehrer kommt kaum zur Ruhe. Er steht immer unter Druck. In den meisten Studios wird nach der Anzahl der Teilnehmer bezahlt. Die Klassen müssen voll sein, damit der Yogalehrer 1. ein wenig Geld verdient und 2. im Studio weiterhin unterrichten darf. Denn die Besitzer brauchen volle Klassen, um keine schlaflosen Nächte zu haben. Ein Teufelskreis.

Ein wenig da hinein gefühlt, versteht man, warum Yogalehrer versuchen, etwas vom Kuchen abzubekommen. Viele machen das, weil es wirklich sein muss. Damit die Existenz gesichert ist.

Manchmal würde ich gern die Zeit zurückdrehen, denn es war eine wirklich schöne Zeit. Eine, bei der man sich voll und ganz auf das Unterrichten konzentrieren konnte. Nebenbei auch täglich praktiziert hat. Das machen viele Yogalehrer gar nicht mehr, sie lassen ihr Sadhana schleifen, weil sie einfach zu ausgelaugt (lies dazu meinen Artikel Yogalehrer Burnout) sind. Dabei würde es ihnen so guttun. Ihnen innere Stabilität und Ruhe geben.

Wenn du das nächste Mal in eine Yogastunde gehst, honoriere deinen Yogalehrer. Gehe stetiger in seine Yogaklassen! Er/Sie könnte auch etwas ganz anderes machen. Aber er hat sich entschieden. Er möchte etwas Gutes tun. Yogalehrer ist man aus Überzeugung. Nur Miete zahlen muss man schließlich auch!

#namasté

Madhavi

 

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