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Column

Madhavi & das Leben // Das unerwartete Kompliment

18. Mai 2016
Madhavi Guemoes

Gestern saß ich vergnügt in der U-Bahn. Ich kam gerade von dem Tattoo Artist Dominik The Who, mit zwei neuen Tattoos im Gepäck, als in Stadtmitte ein schräger Vogel einstieg. Das ist in Berlin nichts Neues, es gibt täglich die absurdesten Überraschungen.

Er war etwa Ende 20, sah aus, als wäre er direkt aus einem Harry Potter Film entstiegen, einen Zylinder auf der Birne und einen gepflegten Zwirbelbart. Ach ja, einen Anzug trug er auch. Er kam auf mich zu, lächelte mich an, setzte sich neben mich und sagte laut: “Mein Name ist Daniel Koch (oder so ähnlich) und ich finde, sie sind eine strahlende, wunderschöne Lady.” Es klang so entzückend, ich war verdutzt.

Das halbe Abteil schaute mich an und fragte sich wohl, wie ich reagieren würde. Ich freute mich total, denn wann bekommt man schon mal so etwas Nettes gesagt, von jemanden, der offensichtlich nicht unter Drogeneinfluss steht. Er sah aus wie aus einer anderen Zeit, sodass ich vermutete, dass es sich um einen Schauspielschüler handelte. Aber das war mir schnurz, die netten Worte hallten schwungvoll nach.

Ich sagte höflich DANKE. Er fragte noch nach meinen Tattoos und erzählte mir, was er für welche am Körper kleben hat. Dann musste ich aussteigen und verabschiedete mich.

Komplimente sind doch etwas Schönes

Wie selten bekommt man einfach mal so ein Kompliment. Also, so richtig persönlich von Angesicht zu Angesicht? Es beflügelt, dabei kommt es gar nicht darauf an, ob es von einem Mann oder einer Frau kommt. Diese schöne  Energie zieht sich dann durch den ganzen Tag, es ist verrückt. Warme Worte sind der Himmel. In einer Welt, wo so viel Kampf und Hass herrscht.

Natürlich habe ich es gleich weitergetragen und einer Freundin, die ich später traf, auch ein feines, ehrlich gemeintes Kompliment gemacht. Tut doch nicht weh und ist wärmend für die Seele, nicht? Wir müssen uns doch nicht alle ständig anknurren und niedermachen.

In diesem Sinne, habt einen feinen Tag!

#staytrue

Madhavi

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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