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Column

Madhavi & das Leben // Indian Summer in New York

25. September 2017
This post is also available in: English

Fast wäre ich am Hamburger Flughafen nicht durch die Sicherheitskontrolle gekommen, denn ich löste nahezu einen Bombenalarm aus. Warum? Ich hatte meinen Reise-Diffuser leider in meinem Handgepäck gelassen, statt artig auszupacken. Anfängerfehler, wie dumm von mir. Der Diffuser machte bei der Sicherheitskontrolle mächtig Ärger. Mit strenger Miene stand plötzlich die Polizei neben mir, schrie mich an, ich solle meinen Diffuser auf keinen Fall anfassen, der könnte doch direkt in die Luft fliegen. Und wir gleich mit.

Es war sechs Uhr in der Früh und ich noch nicht so fit in der Birne. Alle schwafelten, dass das Ding auf Sprengstoff geprüft werden müsse und es sein kann, dass meine Reise nach New York genau hier endet. Ich bin ja einiges an Kontrollen gewohnt, durch meine Reisen nach Tel Aviv, und keinesfalls leicht zu erschüttern. Doch das war surreal.

Hilfesuchend schaute ich nach meiner Freundin Veza, die ohne Probleme die Sicherheitskontrolle passiert hatte und winkend auf der anderen Seite auf mich wartete. Mit Engelszungen redete ich auf den Herrn in Uniform ein, fuchtelte mit meinen ätherischen Ölen herum und erklärte ihm, wie harmlos doch alles ist, und ich keineswegs vorhabe, den Flieger nach Frankfurt  in die Luft zu sprengen. Ich ließ ihn an meinem Pfefferminzöl schnuppern, dann hatte er endgültig genug von mir und ließ mich gehen.

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Flug mit Hindernissen

Fröhlich saßen wir im Flieger nach Frankfurt, nichtsahnend was uns erwarten würde. In den letzten Monaten war ich viel unterwegs und hatte schon einige wirklich turbulente Flüge hinter mir. Doch dieser Flug, so früh am Morgen, ließ mich erstarren. Diese gewaltigen Turbulenzen waren für mein Nervenkostüm zu viel. Ich flüsterte meiner Freundin zu, ob es nicht klüger wäre, nach der Landung umzukehren, mir wäre die Lust auf New York spontan vergangen. Zum Glück hörte ich nicht auf meine Furcht im Kopf, und die Reise nach New York wurde noch super angenehm. Angekommen, saßen wir auch schon 15 Minuten später im Taxi, dank meiner Freundin, die mit mir aus dem Flugzeug eilte, um 300 Leute bei der Kontrolle hinter sich zu lassen. New York. 28 Grad. Sommer, herrlich.

Wir wohnten in einem wunderschönen Kundalini Yoga Ashram in Brooklyn, bei Freunden von Veza, die seit über vierzig Jahren emsige Schüler von Yogi Bhajan sind. Es gibt nichts Schöneres, als in spiritueller Atmosphäre zu hausen. Ich liebe das sehr. In dieser kurzen Zeit habe ich viel von sehr weisen Menschen gelernt, ich bin sehr dankbar dafür. Für die Morgenmeditation habe ich mir auch ein Tüchlein um mein Haupt geschnallt, um mein Kronenchakra zu schützen, oder was auch immer. 

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Täglich liefen wir von Brooklyn nach Manhattan, ein strammer Fußmarsch von zwei Stunden. Laufen finde ich unheimlich entspannend. Ich kann Städte so immer am besten erfassen und verstehen. Wir machten Kundalini Yoga im Golden Bridge und Jivamukti Yoga bei Juan, der demnächst auch in Berlin wohnen und unterrichten wird. Wir aßen jeden Tag im makrobiotischen Restaurant Souen, immer wieder köstlich, ich kann es euch sehr empfehlen. Endlich spazierte ich auch auf der Highline herum, die mir so oft empfohlen wurde, bei Sonnenuntergang. Ein Traum.

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Shoppen interessierte uns nicht die Bohne, bis auf ein kleines Büchlein und ein paar Aufmerksamkeits-Kärtchen von Pema Chödrön landete nichts in meinem Koffer. Ich war einfach nur glücklich, in New York zu sein.

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Spiritualität lieber mit Herz

Wir besuchten auch das Meditationszentrum Inscape, von dem ich auf Instagram schon so viel gesehen hatte. Was für ein schöner Laden. Als wir im “The Dome” dem Meditationsraum saßen, fühlte ich mich unheimlich wohl. Das änderte sich schnurstracks als die Anleitung zur Meditation vom Band lief. What? Da saß doch eine Lehrerin bei uns im Raum, die uns erzählte, wie wir sitzen sollen und uns ein ätherisches Öl auf den Unterarm träufelte. Warum zum Henker musste eine Roboter-Stimme vom Band kommen? Wie unglaublich unpersönlich!

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Ich versuchte, mich innerlich abzuregen, was mir zum Glück gelang. Ich tauchte nach innen und war nach 45 Minuten auch sehr erfrischt und wach. Trotzdem war ich ein wenig enttäuscht, denn mit dieser Plastikstimme hatte ich nicht gerechnet. Kostspielig war es auch. Gut, ein Versuch war es wert.

Zurück in Brooklyn liebte ich die Schönheit des Kundalini Yoga Ashrams und dachte mir, wie schön es ist, dass es Menschen gibt, die Spiritualität wahrhaftig leben, andere damit inspirieren und strahlende Vorbilder sind. Ohne großen Firlefanz. Ein Geschenk!

Leider habe ich es nicht ins MNDF Meditations-Studio geschafft, das ich gern gesehen hätte. Das schreibe ich mir für nächstes Mal auf die Liste. Wir waren kurz im Kantonah Yogastudio, doch leider hatte die Yogastunde schon begonnen.

Ich hatte kein Stück mit Jetlag zu kämpfen, ich habe für mich herausgefunden, dass es wirklich eine Kopfsache ist. Zurück in Berlin ist der Herbst eingekehrt. Ich stimme mich jetzt ein wenig auf Rückzug ein, um mein nächstes Buch zu schreiben. Es wird ein Buch über Spiritualität werden, es soll im Frühjahr 2018 erscheinen. New York hat mich wieder sehr inspiriert, nun kann ich wieder fröhlich in die Tasten hauen. 

P.S. Meinen Diffuser interessierte auf meiner Weiter- und Rückreise niemanden mehr. Kein erneuter Bombenalarm, herrlich!

#satnam

Madhavi

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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