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Column

Madhavi & das Leben // Meine neue Priorität

27. Juli 2016
Madhavi Guemoes

Meist passiert es am Wochenende. Da haben die Leute Zeit. Dann bekomme ich Mails oder Kommentare unter meinen Artikeln (die, die wirklich unter die Gürtellinie gehen, schalte ich nicht mehr frei, um meinen Blog nicht zu verpesten), die sind, nun ja, sagen wir mal, so angenehm wie mit Sandalen in einen warmen Scheißhaufen zu stapfen. Seit ein paar Wochen schon. Dabei geht es nicht um Kritik. Die finde ich wünschenswert und auch wichtig.

Nein, ich werde beschimpft und zurechtgewiesen. Dann heißt es, ich wäre eine arrogante Schlampe (das ist noch die nette Variante). Arrogant lese ich sowieso oft. Neulich bekam ich eine Mail, in der eine Frau schrieb, dass ich mich doch mal um meine Kinder kümmern und nicht so ätzend lebensfroh durch die Weltgeschichte gondeln sollte. Wie ich das mit meinem Gewissen vereinbaren könnte. Überhaupt, muss der arme Mann den ganzen Haushalt machen? An mein Gewissen wird gern appelliert. Manche können meine Fresse nicht mehr sehen, andere schreiben, dass 40-jährige sich anders verhalten sollten. Eine legte mir nahe, mir endlich mal eine Tüte Chips reinzupfeifen, damit ich meinen Humor wiederfinde.

Neue Priorität

Ich könnte da jetzt unendlich weiter in die Tasten hauen und mich akribisch dazu äußern, dass ich sehr wohl eine ganz patente Mutter bin. Aber wisst ihr was? Ich habe beschlossen, Negativität, Feindlichkeit und vor allem Hass, keinen Raum mehr zu geben, links liegen zu lassen. Meine nigelnagelneue Priorität!

Denn es macht müde, lenkt ab und macht verdammt stumpf. Ich will mich davon nicht beeinflussen lassen. Will meine Kraft und Liebe für meine Arbeit hier nicht verlieren. Möchte weiterhin mit leuchtenden Augen in den Tag starten.

Ich habe mal gelesen, wer seine Emotionen auf jemanden projiziert, baut noch mehr Negativität auf. Menschen machen das, weil sie ihre eigenen Emotionen unterdrücken. Emotionen lassen sich leicht als Hass nach außen tragen. Hass oder Feindseligkeit ist eine Emotion in Bewegung.

Ich will mich nicht ständig wegen jedem Pups rechtfertigen müssen. Würde ich das tun, würde ich nämlich meine Stimme verlieren. Keine Meinung mehr haben. Oder diese nicht mehr kundtun. Ich finde, gerade in der Yogawelt haben viel zu wenig Menschen noch eine eigene, kompetente, nicht weichgespülte, durch die Bhagavad Gita gezogende Meinung. Ich möchte in Bewegung bleiben. Unbequem, unabhängig und unangepasst sein. Und es ist doch klar, dass bei über 80.000 Lesern monatlich ein paar dabei sind, denen meine Arbeit, meine Augenfarbe oder meine frisch lackierten Fingernägel nicht schmeckt.

So ist es nun mal

Wenn man wie ich etwas öffentlich macht, dann muss man damit klarkommen. Je größer der Leserkreis wird, desto mehr Trolle werden aus ihren Löchern gekrochen kommen. Doch diese vermehren sich nur, wenn man ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Füttern wird man sie eh, denn haben sie sich erst einmal festgebissen, lassen sie nicht los. So ist das. Und das ist nicht weiter schlimm. Nur sollte man sich mit ihnen keinesfalls unterhalten.

Ich kann nicht mein Leben verschwenden, immerzu aufpassen, dass ich nicht verletzt werde. Ich werde weiterhin mit offenem Herzen arbeiten wie bisher. Ich liebe meine Arbeit. Meine Arbeit ist wunderschön. Ich bin heilfroh, das zu tun, was ich liebe. Ich möchte kein schlechtes Gewissen haben, weil ich meine Leidenschaft lebe, damit unfassbar glücklich bin –  und andere damit vielleicht nicht klarkommen.

Der Trick ist, nicht auf jede Meinung zu hören, sich davon nicht abhängig zu machen und hinter der Arbeit, die man macht, hundertprozentig zu stehen. Dann ist es auch ein Stück weit egal, wie die Reaktionen sind. Unsicherheit hat hier keinen Platz. Letztendlich ist es ein Kompliment, wenn man Menschen missfällt. Sehen wir es doch mal von der lebensbejahenden Seite!

#cheers

Madhavi

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© Tina Linster

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