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Column

Madhavi & das Leben: Meine Vision

21. Juli 2015
Madhavi Guemoes

Ab und zu erhalte ich Mails, in denen mir Leser die „Freundschaft“ aus irgendeinem Grund kündigen, oder mir einfach mitteilen, dass sie mich nicht mehr wie alle anderen Yogablogs abonnieren, weil ich Ihnen zu wenig Tiefe versprühe und/oder mein Blog ihnen zu, Achtung,  lifestylig ist.

Letzteres passierte mir erst wieder vor Kurzem, was mich dazu bewegt, euch einfach mal meine Vision, meine Message hier kundzutun, nicht, um mich zu rechtfertigen, es ist einfach an der Zeit. Jeder sollte eine Message haben, das ist der Grund, warum man überhaupt etwas tut.

Mein Anliegen ist es,  Spiritualität ganz undogmatisch in den Alltag der Menschen zu bringen. Ich möchte Leute  ermutigen, authentisch ihren Weg zu gehen, ihren Wert zu erkennen – und an sich zu glauben. Authentizität ist für mich das höchste Gut, eine reine Form von Spiritualität.

Ich praktiziere seit über 20 Jahren Yoga, habe in dieser Zeit einiges erlebt, mal mehr oder weniger inspirierende Lehrer kennengelernt und viele (auch schmerzhafte) Erkenntnisse gehabt.

Es gab eine Zeit, da wollte ich eine Swami (Nonne) werden, lebte so asketisch, dass es schon fast wehtat. Ich verzichtete auf alles, was das Leben mir an Fülle bot.

Ich ernährte mich ein Jahrzehnt lang akribisch makrobiotisch. Es kam mir nur reine Nahrung auf den Tisch (was immer das auch sein mag). Danach folgte eine lange Raw Food Phase, es musste noch reiner sein. Für die, äh, Erleuchtung.

Mein spiritueller Weg war das Wichtigste in meinem Leben. Ich war überheblich, schaute auf alle herab, die nicht stundenlang meditierten oder es nicht schafften, vor Sonnenaufgang auf ihrer Yogamatte zu schuften.

Ich verbrachte viele Monate im Jahr in Indien, das machte man halt so. Ich studierte Indologie und  Sanskrit, ich wollte einfach alles wissen. Als Yogalehrer buchte ich alle Fortbildungen, damit man mir  nicht nachsagen konnte, dass ich es nicht halbwegs drauf habe. Dann bekam ich zwei Kinder, die mich mehr lehrten, als all die Jahre im Lotussitz.

Heute führe ich ein simples spirituelles Leben. Ganz unaufgeregt. Es ist etwas, was zu mir gehört wie das tägliche Zähneputzen. Spiritualität  braucht für mich keine äußeren Attribute oder Dogmen. Ein wenig Disziplin vielleicht, aber doch keinen Starrsinn.

Sind wir bessere Menschen, wenn wir uns einen Turban um den Kopf schnallen? Nein! Sind wir spiritueller, wenn wir akribisch unserem Sadhana (spirituelle Praxis) nachgehen? Keineswegs.

Meine Message

Ein spirituelles Leben darf hübsch und stilvoll sein. Es ist dadurch nicht weniger intensiv. Ein achtsames, spirituelles Leben kann man nur verbreiten, wenn man die Augen vor der Schönheit des Lebens nicht verschließt.

Ich möchte auf meinem Blog den modernen, lebensbejahenden Menschen ansprechen, der sein Herz für mehr öffnen möchte als nur für Yoga. Das kann Kunst, Mode oder auch Musik sein. Ich möchte alles verbinden können. Außerdem möchte ich Leser erreichen, die mit Yoga, Meditation und all dem Zeugs vielleicht noch nichts am Hut haben, weil die Hemmschwelle einfach zu groß ist, oder sie noch nie damit in Berührung gekommen sind. Yoga schenkt uns so viele Werkzeuge, jeder sollte sie kennenlernen!

Ich glaube an den Spagat von Spiritualität und Lifestyle, mit Tiefe und Intelligenz. Wir brauchen keine spirituellen Namen, Glöckchen an den Fußgelenken, keine bärtigen Gurus, nicht nach Indien reisen oder uns in einen orangenen Sari hüllen, um uns selbst zu begegnen.

Hier und Jetzt ist das Leben. Jeder Moment ist ein Lehrer. Wenn wir uns erlauben, ein wenig mehr die vermeintlich spirituellen Schutzhüllen fallen zu lassen, können wir noch mehr Menschen erreichen und so viel mehr entdecken. Einfach so wie wir sind. Meine Message? Stay true!

x Madhavi

Fotocredit: Maria Schiffer

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