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Lifestyle

Madhavi & das Leben // Schluss mit den Lügen

19. Oktober 2016
Madhavi Guemoes

Auch, wenn ich hier stets ehrlich und sehr persönlich schreibe, es aussieht, als würde ich mir alles einfach aus dem Ärmel schütteln: Was ich heute schreibe, fällt mir überhaupt nicht leicht. Dennoch habe ich das Verlangen, es mit euch zu teilen.

Wir alle tun es. Irgendwie. Manche bewusst, manche unbewusst. LÜGEN. Einige nennen die kleinen Lügen, die sogenannten Notlügen, „weiße Lügen“. Die, die blitzschnell ausgesprochen sind und nicht so schlimm erscheinen. Dürfen wir, denken wir. Dann gibt es die größeren Lügen, die, bei denen wir echt Mist gebaut haben. Versuchen, alles unter den Teppich zu kehren. Etwas verheimlichen. Verheimlichen ist übrigens auch großer Schwindel. Oder die Lügen, bei denen wir hoffen, unser Gegenüber nicht zu verletzen. Oder die Lügen, die uns einfach in einem fabelhaften Licht erstrahlen lassen, wie auch immer, alles scheiße. Lügen, ganz egal, wie sie aussehen,  hindern an einem erfüllten Leben.

Ich habe Lügen quasi mit der Muttermilch aufgesogen. In meiner Familie war Lügen so normal wie Kaugummi kauen. In der Schule klaute ich der Klassenbesten das hübsche Diktatheft, um mit den Sternchen im Heft, den guten Noten, bei meinen Eltern zu glänzen. Später als Teenager log ich meine beste Freundin immer wieder an, wenn sich mir eine bessere Gelegenheit bot, mich  zu vergnügen. Ich betrog ständig meine Freunde, der Berg der Lügen wurde immer größer. Trotzdem war Lügen für mich selbstverständlich. Ich sah keinen Fehler darin. Es war meine Realität. Doch wie will ich authentisch leben, erfolgreich und warmherzig sein, wenn ständig kleine und große Lügen über die Lippen poltern?

Fakt ist, wir schützen niemanden, wenn wir die Wahrheit zurückhalten.

Auch, wenn wir das denken. Komischerweise merke ich es sofort, wenn mich jemand anlügt. Sofort.

Lügen ist eine wirklich schlimme Eigenschaft. Ich bin nicht stolz darauf. Es gibt da auch keine schnelle Lösung. Diese kleinen Lügen, die ich meinen Kindern erzähle, weil etwas vielleicht zu unbequem oder unangenehm ist. Sich aus Situationen herausschlängeln, mit netten Worten, um ja nicht blöd dazustehen. Ätzend. Oder wenn mein Mann mich fragt, ob ich neue Schuhe gekauft habe, obwohl ich sie selbst bezahlt habe – und ich mit großen, ahnungslosen Augen verneine. Das sind ja noch die harmloseren Situationen. Aber sie schaffen eine Distanz. Nehmen mir die Freiheit, weil ich immer auf der Hut sein muss, mich nicht irgendwie zu verplappern.

Seit einiger Zeit arbeite ich schon daran, diese lästige Eigenschaft abzulegen. Es tut so gut. Es ist wie ein Junkie, der clean wird. Wenn wir lügen, lügen uns andere auch an. Ich möchte keine Beziehungen führen, die auf  Lügen basieren. Ich möchte ehrliche Auseinandersetzungen.

Mein Deal ist, wenn ich merke, dass ich jemanden anlüge, hintergehe, schummel, was auch immer, muss ich es innerhalb von 10 Minuten kundtun. Wie unangenehm ist das bitte? Klar, dass ich ganz genau schaue, was aus meinem Mund kommt. Nicht nur das, ich kläre im Nachhinein Situationen, bei denen ich geflunkert habe. Nicht die angenehmste Angelegenheit, doch ein guter Weg zu innerer Freiheit. Denn wer „Stay true“ auf seinem Arm kleben hat, der muss es auch hundertprozentig leben!

#staytrue

Madhavi

© Maria Schiffer

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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