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Column

Madhavi & das Leben // Und plötzlich ist da die 40

1. März 2016
Madhavi Guemoes

In ein paar Wochen werde ich satte 40. So schaut’s aus. Ich versuche gerade, damit halbwegs warm zu werden. Als meine Mutter 40 wurde, war sie hochschwanger und schlenderte lässig in einem Hippie-Hängerchen durch die Gegend.

Ich schämte mich wie Hulle, denn es war mir mehr als peinlich, dass jeder nun sehen konnte, dass sie offensichtlich in ihrem hohen Alter noch Sex hatte. Wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich natürlich lachen. 40 bedeutete für mich: Ende. Aus die Maus. Tja, nun bin ich an der Reihe. Vor ein paar Tagen grübelte ich darüber ausführlicher nach.

Ich finde 40 ist schon eine Ansage. 30, ach, das war mir noch schnurz. Das ist auch leicht gesagt, denn ich hatte damals gerade ein frisches Baby an der Brust kleben, war komplett übernächtigt. Demnach war gar keine Zeit darüber nachzudenken. Wobei das der Moment war, in dem ich mir den teuersten Concealer aller Zeiten geleistet habe.

Ich erinnere mich, dass ich Mitte 20 darüber sinnierte, wie mein Leben wohl mit 40 aussehen könnte. Ich würde selbstverständlich immer noch Sneaker tragen. Ellenlange Haare und ein gut florierendes Yogastudio besitzen. Ich bin froh, dass es mit den Sneaker geklappt hat. Die anderen beiden Dinge, gut, lassen wir das.

Ich war früher immer die Jüngste. Heute ist das nicht mehr so. Ich frage mich, woran das liegt.

Vor allem als Bloggerin komme ich mir manchmal steinalt vor. Da ist der Schnitt ja eher 28, wenn nicht sogar jünger. Wenn ich an die 40 denke, komme ich mir vor wie ein  abgelatschter Turnschuh. Ist es wirklich schon soweit? Echt jetzt? Neulich hatte ich sogar Tränen in den Augen, als ich mein erstes graues Haar entdeckte. Mein Mann kann das überhaupt nicht verstehen.

Am Wochenende kam zum Glück der Frieden. Es gibt schließlich zwei Möglichkeiten, sich mit der 40 auseinanderzusetzen. 1. Ich hadere mit der Zahl (wo ist nur die Zeit geblieben?), was total lächerlich ist, und mache mir das Leben schwer. 2. Ich nehme es als Chance, einen Neuanfang zu wagen.

Zum Glück entschied ich mich für die 2. Variante. Nehmen wir mal an, es ist tatsächlich Halbzeit, was kann ich daraus lernen? Was kann ich die nächsten 40 Jahre besser machen? Wenn ich zurückblicke, ist vieles grandios gelaufen. Eine Menge aber auch verdammt schief.

Ich habe mir folgendes vorgenommen, ob es gelingt, ist ein anderer Schuh, aber ich bin mächtig zuversichtlich:

♥ Ich möchte das Leben mehr genießen, mir mehr Freiraum gönnen, auch wenn ich eigentlich am Schreibtisch ackern müsste. Denn nur mit einer flotten Pause zwischendurch kommen mir frische Ideen. Gerade neulich, als ich mittags zum Yoga gefahren bin, mitten im Abgabestress,  war ich danach von fantastischen Geistesblitzen umgeben. Less hustle, more life!

♥ Ich möchte weniger über andere reden. Gerade in den letzten Monaten gelang mir das nicht so prächtig. Ich habe mir vorgenommen, achtsamer zu sein, denn über andere zu schludern zieht unheimlich Energie, ist Zeitverschwendung und verpestet die Luft.

♥ Weniger urteilen. Ich bin manchmal vorschnell. Ich denke oft, ich habe den Durchblick, checke Menschen sofort, und verstaue sie dann in eine fipsige Box, aus der keiner so schnell wieder herauskommt.

♥ Ich möchte mehr Zeit mit meinen Freunden verbringen. Ich arbeite viel zu viel und vernachlässige alle um mich herum. Das wird sich ändern, das habe ich mir ganz fest vorgenommen.

♥ Ich werde mich nicht mehr klein machen oder zurücknehmen, damit andere sich gut fühlen, schließlich bin ich ja jetzt erwachsen.

♥ Ich werde noch mehr Themen, die mich beschäftigen, ansprechen. Nichts mehr herunterschlucken. Was aus dem System fort ist, ist fort.

♥ Was mir schon richtig gut gelingt: Meinen Wert erkennen. Gerade mit meiner Arbeit, bei der so viele denken, dass sie ein Klacks ist.

♥ Geldangelegenheiten möchte ich noch schneller klären und erledigen. Ich kann das schon recht gut, schaue mir täglich mein Konto an, verschließe meine Augen nicht – auch wenn es dort manchmal sehr trüb ausschaut.

♥ Frieden finden mit all den Menschen, mit denen es Unstimmigkeiten gibt.

♥ Noch mehr Eis essen.

♥ Weniger, äh,  herumschreien. Das kann ich zwar prächtig, bringt nur niemanden etwas.

♥ Meine Zeit möchte ich klüger nutzen. Nicht mehr verschwenden.

♥ Mich freuen, wenn das Tageslicht meine Fältchen zum Vorschein bringt. Schließlich sind sie hart erarbeitet.

Eigentlich ist die 40 der Startschuss, um endlich in Fülle und Hingabe zu leben. Man hat schließlich so viel gelernt, ist noch in voller Pracht und kann tun und lassen, was man will. Auf die Weisheit, den Mut und die 40. Prost!

xxx Madhavi

 

©Maria Schiffer

 

Outfit //

Jacke // Closed

Tasche // Matt and Nat

Shirt // Closed

Jeans // Closed

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