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Column

Madhavi & das Leben: Willkommen Gelassenheit!

21. Oktober 2015
Gelassenheit

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem Brigitte Magazin, welches unter #willkommengelassenheit zu mehr Gelassenheit im Leben aufruft – und ich darf Teil dieser fabelhaften Kampagne sein, juchuu!

Während ich mit meiner Tafel Schokolade auf dem Sofa kuschel, scrolle ich im Zeitlupentempo auf Instagram herum. Draußen ist es dunkel, der Regen plätschert zornig gegen die Fensterscheiben. Auf Instagram entdecke ich Bilder mit äußerst gesundem Essen, hübsch drapiert mit unzähligen Likes und Hashtags wie #healthyliving #cleaneating und #nocarbs und Frauen, die stolz ihre Waschbrettbäuche in die Kamera schieben.

Ich schalte mein Telefon aus. Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Ich liebe gesundes Essen. Ich lebe ein bewusstes Leben. Doch ich kann den krankhaften Optimierungswahn, der in unserer Gesellschaft herrscht, nicht leiden. Nie ist etwas gut, groß, oder schön genug. Es gibt immer etwas zu motzen.

Wo bleibt die Gelassenheit?

Klar, keiner soll im Leben auf der Stelle stehen bleiben. Think Big und so. Je disziplinierter, desto besser. In Maßen, Kinder, in Maßen. Alle hasten durch ihr Leben, in der Sorge, etwas zu verpassen, oder nicht genug vom Kuchen, Mango, oder sonstwas abzubekommen.

Früher saß man abends mit Werthers Echte auf der Couch, las die Brigitte, und im Hintergrund tobte die Schwarzwaldklinik. Da gab es noch nicht diese verkrampfte Selbstbeherrschung. Da hat man den Moment noch in vollen Zügen genossen.

Brigitte

Das schlechte Gewissen

Heute wird ein Stück Kuchen verputzt, und kurz darauf in einer App gecheckt, wie oft man dafür am nächsten Morgen um die Alster wetzen muss. Frauen bekommen Muckis vom strapaziösen Crosstraining und pennen erschöpft um 19 Uhr ein. Wer abends nicht mehr zum Yoga sprintet ist nicht diszipliniert genug, schlechtes Gewissen vorprogrammiert.

Den Moment auskosten

Ich bin dafür, dass wir wieder mehr Gelassenheit in unseren Alltag kultivieren. Uns schön bewegen und gesund ernähren. Dazu gehört ein köstlicher Smoothie aber ab und zu auch eine Tüte Chips. Wir müssen wieder durchatmen. Ich habe meine Schuldgefühle mittlerweile verbannt. Ich entscheide mich bewusster für Seelenruhe und quäle mich nicht unnötig herum. Ja, ich gehe mehrmals die Woche zum Yoga, fahre Fahrrad und ernähre mich hervorragend. Wenn ich es mal nicht schaffe, so what?!

Jetzt kommt die Vorweihnachtszeit. Nehmt euch mal wieder Zeit, in Ruhe ein Buch, Magazin oder eine kluge Tageszeitung zu lesen. Kuschelt euch in eine Decke und schaut einen Film in voller Länge, ohne ständig auf das Telefon zu glotzen. Esst unverkrampft Lebkuchen im Kerzenschein. Ein Abendessen nach 20 Uhr in netter Gesellschaft? Kein Problem! Das wird euch nicht schaden. Das Leben ist kurz. Ist aber immer noch kein Grund, da verkrampft durchzurauschen wie Knight Rider. Oder was meint ihr?

Love & Rockets,

Madhavi Guemoes

 

 

 

Danke an Closed für die Ausstattung: Kleid & Strickjacke!

Mala: Nintaanzi

1. Foto: Shirin Ourmutchi

Madhavi Guemoes

Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga – was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.


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