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Mind

Shit happens – Wie du im Schlamassel Haltung bewahrst*

24. August 2016
Madhavi Guemoes

Gestern, meine Lieben, da lief alles schief. Aber so richtig. Es gibt solche Tage, da möchte ich sofort wieder unter die wohlig warme Bettdecke kriechen und erst wieder aufstehen, wenn sich die dunklen Wolken verpieselt haben. Dabei muss ich zugeben, dass ich am Wochenende bereits dachte, dass diese Woche wohl kein Zuckerschlecken wird. Ich unheimlich viel zu tun haben werde, mich auch noch um lästige Steuergeschichten kümmern muss, und nicht so richtig weiß, woher ich die ganze Zeit nehmen soll. Wie es manchmal nach der wunderbaren Urlaubszeit halt so ist.

Als ich im Büro ankam, begrüßte mich vor der Tür ein stämmiger Bauarbeiter mit einem Presslufthammer. Ich hatte Panik in den Augen. In Gedanken bei all meinen Artikeln, die ich zu schreiben hatte. Konzentration benötigte. Als ich fragte, wie lange er denn gedenke, uns im Büro mit dem abscheulichen Lärm den Alltag zu versüßen, erwiderte er kalt wie ein Stein: “Bis Mitte September.”

Ich zog die Stirn kraus. Suchte ein ruhiges Plätzchen im hinteren Raum. Vergeblich. Ich stopfte mir meine Kopfhörer in die Ohren, um dem Krawall mit Chopin zu entkommen. Klappte meinen Rechner auf. Vollendete einen Artikel mit mehreren tausend Zeichen, der eigentlich dieser hier werden sollte, als plötzlich der Bildschirm schwarz wurde und mein Laptop in Flammen aufging. Gut, es war eine kleine Flamme, ich will ja nicht übertreiben. Wäre ich aber nicht zugegen gewesen, hätte ich mal eben unser Büro abgefakelt. Ich fühlte mich wie im falschen Film. Im Hintergrund tosender Lärm

Mein Laptop war futsch! Und damit nicht nur der Artikel, in den ich sehr viel Zeit investiert hatte. Ich versuchte, das Gerät neu zu starten, ich Clown. Machte mich auf den Weg zu einem Apple Store, nahm die falsche Bahn und verfranste mich gehörig. Mir lief die Zeit davon.

Dort angekommen erzählte man mir, dass es ungefähr zehn Tage dauert, bis ich meinen Rechner wiederbekomme. Ob er dann wieder funktioniert? Fraglich. Ob ich einen Backup habe? Scherzkeks, natürlich nicht. Dabei hatte ich es mir doch so sehr vorgenommen.

Mein Rechner ist mein Arbeitsgerät. Ohne meinen Laptop gibt es keine Beiträge. Kann ich nicht arbeiten. Und mal eben einen neuen kaufen? Pustekuchen.

Ich bin das nicht

Der Tag ging munter so weiter. Ich erinnerte mich an eine Meditation von Osho, in der man immer wieder “Ich bin das nicht” wie ein liebliches Mantra wiederholt.  Klar, war ich zornig. Hatte Sorge, meine Abgabetermine nicht einhalten zu können. War traurig wegen der ganzen Fotos, die ich in Lightroom nicht gesichert hatte. Wollte arbeiten und konnte nicht.

Über das  Mantra “Ich bin das nicht” schaffte ich einen gehörigen Abstand zu dem Schlamassel. Ich bin nicht der Zorn, die Trauer, die Panik. Wurde milder und ruhiger. Ich konnte die Situation eh gerade nicht ändern. Ich bin immer wieder begeistert, wie einfach manche „Werkzeuge“ funktionieren.

Hier habe ich noch ein paar weitere Tipps in petto, falls du mal einen Tag wie diesen erleben solltest, und damit drohst, in Mitleid zu versinken.

Schaue etwas Blaues an

Blau ist eine spirituelle Farbe. Es ist die Farbe, die Gelassenheit, Ruhe, Stille,  Frieden und Erholung fördert. Blau wird dich in deinem Gedanken-Wirrwarr beruhigen, dich entspannen. Dafür kannst du einfach in den blauen Himmel starren, wenn es den denn mal gibt. Die Kraft und Klarheit von Blau in dir aufnehmen. Oder dich hinsetzen und über die Farbe Blau meditieren. Wirkt fantastisch!

Mache jemanden eine Freude

Ja, es ist leichter, jemanden eine Freude zu bereiten, wenn es einem gut geht. Es wird dich aber aus deinem Sumpf herausholen, wenn du jemanden jetzt etwas Gutes tust. Es lenkt dich ab und schafft Verbindung.

Schreibe deine Gedanken nieder

Für 10 Minuten schreibe einfach deine Ängste, Sorgen, Wut, was auch immer gerade in dir vorgeht, auf ein Blatt Papier. Ohne Punkt und Komma. Dir wird eine Last von den Schultern fallen. Und vielleicht merkst du sogar, dass alles nur halb so schlimm ist.

Ab in die Ecke

Jetzt wird es lustig. Stelle dich in eine Ecke deines Raumes. Schließe die Augen. Atme normal weiter. Beobachte deine Gedanken. Nichts weiter. Deine Energie beginnt endlich wieder zu fließen, wenn du stehst. Im Sitzen stockt der Energiefluss manchmal. Mache das für 10 Minuten und stelle dir vor, du bist eine riesige Energiesäule, die sich von innen heraus weitet, öffnet.

Schlag ein Kissen

Wenn es dir möglich ist, nimm dir ein großes Kissen und schlage dort kraftvoll hinein. Lass all deinen Frust an dem Kissen ab. Oh, das tut so gut!

Kundalini Meditation

Probiere die Kundalini Meditation. Sie geht eine Stunde und hilft dir enorm, Stress abzubauen. Schon in der ersten Phase wirst du dich wie neugeboren fühlen.

Tanze

Nimm dir mindestens 10 Minuten Zeit, lege deine liebsten Songs auf.  Tanze wild und frei, ohne System. Transformiere dein Gefühl. Du wirst dich leichter und beschwingt fühlen.

Bei mir ging es am Abend zum Glück wieder sanfter zu. Ich habe einen ganz alten Rechner aus dem Keller geholt und wiederbelebt. Er funktioniert jetzt halbwegs. Von so einem Tag geht die Welt nicht unter, es gibt Schlimmeres. Spannend ist nur, wie man mit solchen schiefen Situationen umgeht. Das kann man tatsächlich lernen!

happinez

*Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem großartigen Magazin happinez und ist eine bezahlte Kooperation. Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit, weil ich das Heft sehr schätze! Wenn du das Heft kennenlernen möchtest, bekommst du zwei happinez Magazine zum reduzierten Preis von € 7,10 (statt regulär € 10,80) direkt nach Hause geliefert (ohne Versandkosten). Der Knüller: Du ergatterst dazu noch eines der happinez Schmuckstücke, die du auf der happinez Seite ganz unten auswählen kannst. Der Schmuck wird aus natürlichen Materialien in Handarbeit exclusiv für happinez gefertigt – und zu dir nach Hause geliefert. 

#livelifetothefullest

Madhavi

Fotos // Maria Schiffer

Madhavi Guemoes

Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga – was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.


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