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Yoga

Stricken: Yoga gegen Stress:

22. Oktober 2013

Stricken

Ich erinnere mich ungern an die Strick – Handarbeitsklassen in meiner Schulzeit. Während alle anderen die grössten Kunststücke entwarfen, krebste ich mich mit den absoluten Basics ab. Ich war wunderbar geeignet, ohne Probleme die wildesten Löcher in die Arbeiten zu stricken. Meine Lehrer verzweifelten. Meine Mutter hingegen strickte jede Woche wunderbare Pullis, und ich frage mich noch heute, warum ich zum Teufel nicht etwas von ihrem kreativen Strickgeist abbekommen habe.

Lange fand ich Stricken furchtbar spießig. Bis letztes Jahr. Auf einer Yogareise gab es immer ein Strickgrüppchen und ich war todneidisch, wie versunken alle in ihre Arbeiten waren. Somit beschloss ich, einen Strickkurs zu machen. Denn: ich kann alles, manchmal brauche ich nur ein wenig Hilfe und einen Haufen Geduld. An beides mangelt es leider viel zu oft. Ich nahm an einer der vier Stricksitzungen teil, war zum Glück nicht der Volldepp der Gruppe, was mich schon mal kräftig entspannen lies. Ich hatte Spass, der Laden und die Leute waren modern, nur leider war an den restlichen drei Terminen immer ein Kind krank, so daß ich mich aus lauter Frust mit youtube Strickvideos zufrieden geben musste.

Stricken

Ganz ehrlich? Ich kann nicht mehr als einen Schal stricken. Ich habe eine Freundin, die kann alles. Tolle Torten zaubern, emsig die geilsten Pullis stricken, so daß Lala Berlin sie sofort als Strickliesel einsetzen würde. Ich bin der Meinung, daß ich es jetzt endlich mal ein wenig genauer betreiben sollte – das Stricken. Oder Häkeln. Ich sehe das als neue Herausforderung. Vorbei sind die Zeiten, als Frauen ihren Lebensfrust in die Pullis strickten. Ganz klar, Stricken liegt seit ca. drei Jahren wieder voll im Trend. In Kopenhagen habe ich überall Frauen und auch Männer stricken sehen. Ja, sogar mein Mann, der ein Allroundtalent ist, kriegt einen schmissigen Norwegerpulli zustande.

Stricken fördert unsere Gesundheit. Wenn ich nur so daher stricke, verlangsamt sich alles. Quasi Yoga für Streßgeplagte. Stricken hilft mir, mich mehr zu fokussieren, denn beim Stricken muss sich mein Gehirn auf immer wiederkehrende Abläufe konzentrieren. Sehr meditativ. Das Schöne daran ist, daß ich komplett abschalten kann, ich mich ganz und gar auf eine Sache einlasse. Wann hat man das schon heutzutage im Alltag? Mit Stricken hält man sich geistig fit. Ach ja, habe ich schon von Geduld gesprochen?  Um ein Projekt wirklich zu beenden, braucht man Geduld. Stricken ist verbunden mit Selbstdisziplin, Ausdauer und es fördert das Selbstbewusstsein. Warum? Na,  wenn ich mir vornehme, eine Strickmantel zu stricken und schaffe es tatsächlich, das Ding zu kreieren, bin ich doch mörderstolz auf mich, oder?  Was für ein tolles, erfüllendes Gefühl. Bis dahin ist es allerdings noch ein kleiner Weg. Ich liebe die Strick Tütchen von we are knitters. Dort kannst du ein Strickset bestellen, je nach Level und bekommst alles nach Hause geliefert. Nadeln, Anleitung, Wolle. Ich probiere heute mal das Häkelset aus. Vielleicht schaffe ich es ja diesmal ohne Löcher.

Hier gibt es in der Weidenallee einen feinen Strickladen: mylys

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