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Veränderung: Warum es sich lohnt, sein Leben zu hinterfragen

11. September 2014
Veränderung

In meinem früheren Leben war ich ein paar Jahre mit einem Mann zusammen, der sehr ängstlich und dazu auch noch ein überdurchschnittlicher Kontrollfreak war. Er war ein toller Mann, keine Frage, doch für mich, die das Leben oft so nimmt, wie es kommt, war es manchmal schwierig, mich nicht in seine Ängste und Kontroll-Attacken hineinziehen zu lassen. Während ich monatelang in Indien verweilte, blieb er zu Hause, obwohl er von überall aus arbeiten konnte. Ich joggte, er hatte Panik, dass er dabei schwitzen konnte. Ich fuhr ständig mit dem Fahrrad durch die Stadt, er fürchtete, sein teures Rad könnte geklaut werden. Kurz: Wir hatten kaum Gemeinsamkeiten.

Komfortzone – die bittere Falle

Trotzdem waren wir viele Jahre zusammen. Ich begab mich ganz gemütlich in seine Komfortzone (äh, und somit auch in meine) – und so saßen wir dann abends auf der Couch, während er mir bei  schnulzigen Filmen die Füße massierte. Ich war eigentlich das komplette Gegenstück zu ihm: frei, wild und unberechenbar.  Er war halt mein Ruhepol, der Mensch, der mich erdete. Und irgendwie auch mein Beschützer.

Als ich im Januar dann Deutschland wieder gen Indien verließ, um dort Yoga zu unterrichten, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Ich schaute ihm in die Augen, die voller Liebe und Furcht waren und sagte Adieu. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nach zwei Wochen in Freiheit wurde mir klar, dass ich mich komplett in dieser Beziehung verloren hatte und Indien eine Flucht vor dem Alltag und dem Mann war, von dem ich mich so unsäglich eingeschränkt fühlte.

Veränderung – den ersten Schritt wagen

Ich wollte diese Art von Beziehung nicht, wollte diese Enge, diese Furcht nicht mehr in meinem Leben. Ich spürte, wie ich die Fülle, die das Leben mir bot, aus Rücksicht zu ihm nicht ausschöpfte. Nach ein paar Wochen in Indien beendete ich die Beziehung.

Mir war klar, dass ich es mir in den Jahren sehr heimelig gemacht hatte, und ich diese „Sicherheit“ erst einmal verlieren würde. Ich sagte meiner Komfortzone adé. Ich war bereit! Ich atmete tief durch und fing an, mehr auf mich zu hören, die Ängste von Anderen nicht an mich heranzulassen und mutiger zu sein. Mein Ex-Freund dankt es mir komischerweise heute noch, dass ich ihm so abrupt die Augen geöffnet habe. Heute fliegt er durch die Weltgeschichte, joggt und hat sogar Monate in Indien verbracht.

Fazit

Es lohnt sich jeden Tag aufs Neue, das eigene Leben zu überdenken und Veränderung nicht zu scheuen. Auch wenn man sich erst einmal aufs Glatteis begibt. Wir leben viel zu oft das Leben der Anderen. Schränken uns ein. Es ist Zeit, sich neu zu orientieren. Immer wieder. Freiheit – das höchste Gut. Veränderung: Eine Chance.

Dieser Artikel erschien im Yoga Deutschland Magazin Ausgabe 9.

Madhavi Guemoes

Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga – was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.


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