Nein
Mind

Wie du besser NEIN sagen kannst!

Ich war früher ein absoluter JA-Sager. Ich war stets bemüht, es allen recht zu machen. Ich wollte gefallen. Wollte  anderen Menschen ein gutes Gefühl geben. Es zog sich durch alle Bereiche meines Lebens. Wenn alle Nein sagten, keiner Lust auf extra Arbeit hatte, schleuderte ich ein entschlossenes Ja in den Raum. Kein Problem – ich schaffe das schon. Glücklich wurde ich mit meiner Strategie nicht. Es dauerte ziemlich lange, bis ich lernte, dass ein kluges Nein mich manchmal weiter bringt, als ein demütiges Ja. Ein Ja kann giftig sein. Nämlich dann, wenn ich dieses Ja nicht fühle, nicht ehrlich meine. Ich habe früher nie verstanden, warum Menschen, die öfter mal ein klares No in die Gegend schmettern, auf Händen getragen werden.

Es kostet unheimlich Kraft, es allen recht machen zu wollen. 

Warum? Ich habe weniger Zeit und Energie für mich und meine eigenen Projekte. Gehe über meine Grenzen. Leider bin ich der Typ für ein vorschnelles Ja. Seit ein paar Wochen steht das Nein ganz oben auf meiner Liste. Bevor ich ein Nein oder ein Ja nach außen tätige, brauche ich erst einmal Bedenkzeit. Dann sage ich lieber: „Ich muss darüber nachdenken, kann ich dir morgen Bescheid geben?“ Ich erlaube mir, unbequem zu sein, um mir treu zu bleiben. Das ist nicht immer leicht, gibt mir aber mehr Freiheit. Neulich las ich einen schlauen Satz an einer Wand in Hamburg-Eppendorf: „Mit der Bequemlichkeit stirbt die Freiheit.“ Wie wahr!

Ich kann nur geben, wenn ich ein Überfluss an Kraft, Zeit und Energie habe. Es hat etwas mit Selbstachtung und Selbstliebe zu tun. Ich stelle mir jedes Mal diese Fragen: „Möchte ich das wirklich? Kann ich es zeitlich und kräftemäßig einräumen? Würde ich nur zustimmen, um zu gefallen?

Ein NEIN kann man üben.

Es macht sogar Spaß, sich die Freiheit zu nehmen, aus der Reihe zu tanzen. Anders zu reagieren, als von einem erwartet  wird.  Ein Nein sollte klar sein. Aber respektvoll. Man braucht sich nicht zu rechtfertigen, man kann es jedoch liebevoll begründen, warum es grad nicht passt. Sozusagen dem Gegenüber klar machen, dass das Nein keinesfalls gegen die Person gerichtet ist, sondern andere Ursachen hat. Denn ganz ehrlich: wer mag es schon, abgelehnt zu werden? Ich bedanke mich bei der Person, die mir eine Aufgabe zutraut, ich aber ablehnen möchte. Es ist doch ein schönes Kompliment, wenn ich für eine Arbeit angefragt werde. Manchmal reicht ja auch ein halbes Nein. Wenn ich heute keine Zeit für eine Tätigkeit habe, kann ich ein Gegenangebot machen. „Wie wäre es, wenn ich es nächste Woche/Monat/ mache? Würde es dir reichen?“ Somit zeige ich Bereitschaft, es ist nicht so brutal und nächste Woche passt es mir sogar wirklich besser.

Schwierig ist es mit Menschen, die einen stets umstimmen wollen. Da hilft wirklich nur ein etwas forscheres Nein. Haben diese Menschen es erst einmal gelernt, dass ein Nein auch Nein bedeutet, gehen sie mit einem definitiv anders um.

Ein Versuch ist es wert!

Love & Rockets,

Madhavi Guemoes

     

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