Oprah Winfrey
Allgemein Mind

Wie es sich anfühlt, zurückgewiesen zu werden

Es gibt manchmal Situationen, da möchte ich einfach nur im Erdboden versinken, und zwar pronto. Aber von vorn. Ich war vor ein paar Wochen auf einem Yoga Workshop. Ich kannte die Lehrerin schon länger, wir mögen uns. Nach dem Unterricht saßen wir noch zu sechst in einer kleinen Runde im Yogaraum, alberten herum, machten Fotos und hatten viel Spaß. Sagte eine Bekannte neben mir: „Kommst Du gleich mit, wir wollen alle zusammen Essen gehen?“

Na klar, wollte ich. Ich stand auf, machte mich bereit, holte meine Sachen. Im Eingang traf ich auf einen Mann, nennen wir ihn Christian, den ich bisher immer als sehr angenehm empfunden hatte und fragte ihn, ob es überhaupt in Ordnung ist, wenn ich mitkomme.

Tja, wer dumm fragt, kriegt dumme Antworten. Er sagte nein.

Mir fiel die Kinnlade runter, der Frau neben ihm auch. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Ich hatte nur aus Höflichkeit gefragt. Eben waren wir doch noch eine lustige Truppe – und warum sagte er plötzlich nein?

Er meinte zu mir: „Du, das soll nur eine kleine Runde bleiben, ich habe schon nachgefragt.“ Rums. Das saß. Ich sagte „Kein Problem“, ging mit erhobenen Hauptes aus der Tür, um dann völlig zusammenzusacken wie ein Luftballon mit einem Loch. Autsch. Das tat weh. Ich versuchte alles zu durchleuchten.

Hatte ich etwas falsch gemacht? Warum durfte ich jetzt nicht dabei sein? Waren doch alles keine engen Freunde. Es war doch so nett.

We all learn lessons in life. Some stick, some don’t. I have always learned more from rejection and failure than from acceptance and success. Henry Rollins

Ich wurde still und nahm das hässliche Gefühl in mir einfach wahr. Das Gefühl, nicht richtig zu sein, oder nicht gut genug. Ausgeschlossen zu werden. Seien wir ehrlich: Es ist ein scheiß Gefühl.

Ich nahm mir vor, ihn anzurufen und ihn zu fragen, warum zum Henker ich diejenige war, die ausgeschlossen wurde. Warum alle anderen und nur ich nicht mit durfte. Hatte er wohlmöglich etwas gegen mich? Erst weigerte ich mich die Situation zu klären, denn wie unangenehm ist es bitte, sich jemanden zu öffnen – und ihm zu sagen, dass man verletzt ist? Ohne daraus ein Drama zu machen? Richtig.

Ich tat es dennoch. Schrieb ihn an, fragte, ob er kurz Zeit hätte, zum Reden. Er fragte, wann wir sprechen wollen. Ich schrieb zurück und bekam nie wieder eine Antwort.

Trotzdem war ich stolz, den Schritt gewagt zu haben. Denn nur wenn man nachhakt, kann man Gewissheit bekommen. Klarheit schaffen. Oder, wie in diesem Fall, leider nicht. Es ist aber trotzdem sehr befreiend, Situationen, die einen verstören, anzusprechen.

Man kann sich auch so wahnsinnig gut darin schulen,  es auszuhalten, dass jemand einen vielleicht nicht mag. Oder nicht dabei haben möchte. Das ist menschlich, jedoch manchmal schwer zu ertragen. Man kann dabei viel über sich und andere lernen.

Und man weiß ja nie, vielleicht gibt es auch einen ganz banalen Grund, der so gar nichts mit einem zu tun hat. Nicht alles persönlich nehmen, lautet die Devise. Wenn alles abgeklärt ist, kann man sich entspannt zurücklehnen und fidel ins Wochenende gleiten. Oder auch nicht. Das ist alles eine Frage der Einstellung. Cheers!

Kennst du auch solche unangenehmen Situationen? Was machst du dann?

%d Bloggern gefällt das: