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Wie und womit ich fokussiert und produktiv arbeite

23. Juni 2016
Fokus

Neulich hielt mich eine Yogalehrerin kurz auf der Straße in Mitte an und wisperte: “Ich bin so erschöpft vom Unterrichten, ich glaube ich mache jetzt einfach auch einen Blog wie du, du hast es ja so richtig schön chillig.” Ich riss erstaunt meine Augen weit auf und war unfähig, dazu etwas zu sagen. Es ging so schnell, flink war sie wieder fort.

Ich stand perplex auf der Straße und musste schmunzeln. Ich freue mich eigentlich immer, wenn die Leute denken, dass meine gesamte Arbeit mal so eben aus dem Ärmel gezaubert wird, das bedeutet ja, dass ich etwas richtig machen muss. Ein Kompliment. Denn natürlich möchte ich, dass Leichtigkeit und Lebensfreude versprüht wird. Doch habe ich noch nie im Leben so viel und manchmal auch kräftezehrend gearbeitet wie an meinem Blog. Damit wir uns nicht missverstehen, ich liebe jede einzelne Minute, die ich daran verbringe. Manchmal sind es aber auch 12-14 Stunden täglich.

Seit 2011 gibt es keinen Tag, an dem ich nicht für Kaerlighed arbeite. Dazu gehören auch die Feiertage. Feierabend gibt es eigentlich nie, denn es ist ja schließlich mein Leben, das ich teile. Ich lebe meinen Traum, klarer Fall.

Es war aber ein langer Weg dahin, mit viel Disziplin, Durchhaltevermögen und noch viel wichtiger: Leidenschaft! Dabei war mir am Anfang überhaupt nicht bewusst, was ich da eigentlich mache. Das ich meinen Blog mal hauptberuflich betreiben würde, stand nicht in meiner Agenda, es geschah ganz organisch. Momentan steuere ich auf 100.000 Leser im Monat zu. Unglaublich!

Ein-Frau-Redaktion

Die ganze Redaktion führe ich allein. Nur ich. Sonst niemand. Ich tippe sämtliche Texte (es gibt keine Gastautoren),  kümmere mich komplett um die gesamte Technik, knipse alle Bilder, mache die Grafik. Daneben beantworte ich täglich unzählige Mails, mache meine eigene PR (damit auch Social Media) und führe die Gespräche mit Kooperationspartnern. Gebe Workshops. Habe ich etwas vergessen?

Daneben habe ich zwei Kinder, einen Haushalt ohne Putzfee, einen Mann der drei, vier Tage die Woche in München arbeitet. Keine Nanny, keinen Babysitter, keine Familie in der Nähe. Manchmal wünschte ich mir schon, der Tag hätte ein paar Stunden mehr. Aber es ist auch so machbar. Ich habe großes Glück, ich bin selbstbestimmt, mit unheimlich vielen Freiheiten und Möglichkeiten. Das ist mir natürlich klar.

Mit Fokus, stetiger Integrität, ein paar Tricks und Zeitmanagement kriege ich alles gebacken, ohne aus den Latschen zu kippen. Im Gegenteil, ich bin unheimlich produktiv und immer voller Ideen. Das habe ich sicher auch meiner täglichen Meditation und dem Yoga zu verdanken. Ich liebe meine Arbeit und das Drumherum. Ich möchte euch erzählen, wie ich vorgehe, weil ich glaube, dass es jeder kann, denn es ist keine Zauberei. Fokus ist nie verkehrt, gerade in einer Zeit, wo wir uns so unheimlich schnell verfransen, nicht?

Start in den Tag

Ich stehe sehr früh auf, damit ich die Ruhe am Morgen ausnutzen kann.  Setze eine Intention für den noch frischen Morgen und meditiere. Das stärkt mich schon mal sehr. Ich kann meine Gedanken entwirren. Klarheit schaffen. Oft bekomme ich auch direkt nach der Meditation Ideen für neue Artikel oder Projekte. Außerdem bin ich umgänglicher und einfühlsamer, wenn ich einmal so richtig in mich gegangen bin.

Ernährung ist ein wichtiger Punkt für mich. Ich ernähre mich makrobiotisch, achte darauf, dass ich meinen Körper nicht mit Mist vollstopfe. Nach 18 Uhr gibt es nichts mehr zu futtern, damit sich mein System erholen kann (Ausnahmen gibt es natürlich immer mal).  Das hält meinen Kopf und Körper klar und meine Meditation fällt mir leichter. Wenn man sich die meiste Zeit ungesund ernährt, sich um Mitternacht noch ein Bier und eine Tüte Chips reinpfeift, der ist am nächsten Morgen weder produktiv noch klar in der Birne. Sorry.

Nach der Meditation schreibe ich direkt meine To-do-Listen. Das muss ich machen, ansonsten verprasse ich meine kostbare Zeit. Ich führe zwei Listen. Eine mit den Punkten, die stramm getan werden müssen und eine, auf der ich schon am Morgen vermerke, wie der Tag verlaufen ist.

Ja, richtig gelesen. Ich schreibe die 2. Liste in der Vergangenheit und immer mit einer positiven Ausrichtung. Somit habe ich das Glücksgefühl schon mal in petto und lenke meine Energie bereits am Morgen in die Richtung, in die ich hin möchte. Die Liste beinhaltet auch Verhaltensweisen, wie ich mit meinen Mitmenschen umgehen möchte.

Das kann so aussehen:

♦ Ich war heute hoch konzentriert und bin sehr froh, dass ich alles erledigt habe.

♦ Ich war mit den Kindern geduldig und habe ihnen aufmerksam zugehört.

♦ Ich habe mich sehr gefreut, dass ich die Zusage für XY bekommen habe, was für ein Glück.

♦ Meine Gedanken waren zuversichtlich, liebevoll und klar.

♦ Ich bin zeitig ins Bett gegangen und hatte den Kopf frei.

Die Listen habe ich immer bei mir und erinnere mich, wenn es nötig ist, an meinem Vorhaben.

Wie ich fokussiert bleibe

Ich arbeite am liebsten mit dieser App. Sie hält mich konzentriert bei der Sache. Ich brauche so kleine Stützen, sonst werde ich fahrig. Dort trage ich die Projekte für den Tag ein und die Zeit, die ich damit verbringen möchte. Ich stelle die Intervalle meistens auf eine Stunde ein, danach gibt es fünf Minuten Pause, in der ich mich vom Schreibtisch erhebe und bewusst strecke, manchmal auch zu meiner neuesten Playlist tanze, kein Scherz.

Während ich schreibe, ist mein Telefon immer auf Flugmodus. In den fünf Minuten Pause checke ich dann auch kurz, ob jemand angerufen hat, oder die Kinder wegen aufgeplatztem Kopf von der Schule abgeholt werden müssen. Danach geht’s direkt wieder in den stummen Modus. Das hilft mir ungemein, nicht mal zwischendurch auf Instagram zu luschern, oder Snapchat Geschichten anzuschauen.

Stolz sein ist wichtig

Wenn ich einen Punkt abgehakt habe, ohne mich ablenken zu lassen, bin ich natürlich stolz auf mich und ermutigt, weiterzumachen. Generell finde ich es sehr wichtig, stolz auf sich zu sein. Für die kleinen und die großen Dinge.

Natürlich gibt es täglich Projekte, auf die ich keine Lust habe. Meist sind sie so banal und alltäglich. Ich würde sie am liebsten einfach beiseite schieben, weil sie so lästig sind wie Mücken in der Nacht. Das sind für mich dann die wahren Herausforderungen. Habe ich sie erledigt, bin ich erleichtert, stolz wie Bolle und habe wieder Platz für Schönes.

Planung ist die halbe Miete

Evernote ist für mich unersetzlich. Dort kommen flugs alle meine Ideen herein, Screenshots, wenn ich etwas Inspirierendes sehe, Artikel, die ich unbedingt lesen möchte. Ohne Evernote wäre ich aufgeschmissen. Ich finde das Tool großartig! Es ist mein virtuelles Gedächtnis. Von dort plane ich meine Artikel, die ich dann in meinen Redaktionsplan übertrage. Den habe ich direkt in meinem WordPress Backend und kann Artikel dort fleißig hin- und herschieben. Da ich ja niemanden habe, der mir sagt, was ich zu tun habe, muss ich stark diszipliniert arbeiten. Da ist ein Redaktionsplan keine schlechte Idee. Der ist immer knüppelvoll. Ich liebe es aber auch, frei zu entscheiden, ob ich einen Artikel nicht lieber nächste Woche bringen möchte. Es ist nur eine Richtlinie, die mir aber stark hilft.

Inspiriert bleiben

Um inspiriert zu bleiben, lese ich sehr viel außerhalb des Netzes. Und wenn es nur die erste Seite der Süddeutschen Zeitung ist. Meist ist es gut, etwas zu lesen, das nichts mit meinen Themenfeld zu tun hat, ich aber irgendwie einen Bogen schlagen kann. Ich gehe gern in Ausstellungen, düse mit meinem Fahrrad durch Berlin. Dabei entstehen in meinem Kopf immer neue Ideen, die ich dann in mein Telefon in meine Evernote App quatsche. Wichtig sind mir auch Gespräche mit anderen, da entstehen oft tolle Projekte und Geschichten.

Keep Good Company

Ich arbeite nur mit Menschen zusammen, mit denen ich mich wohl fühle. Das ist eine meiner Regeln. Wenn ein Produkt der Knaller ist, der Mensch dahinter aber ein Depp, kann ich es leider nicht präsentieren. Ich verschwende meine Energie auch nicht an E-Mails, die in den ersten zwei Zeilen nicht vernünftig ausgerichtet sind. Das spart mir Zeit, Kraft – und ich behalte meine Integrität.

Coaching

Ich nehme seit drei Jahren Coaching bei der Handel Group. Ich arbeite zweimal im Monat mit einem Personal Coach  an meinen Themen zusammen, die auch ganz persönlich und nichts mit der Karriere zu tun haben können. Das war damals die beste Entscheidung ever, mit dem Coaching zu beginnen. Es hat mir in den letzten Jahren so viel gegeben, und mich auf allen Ebenen unterstützt. Es gibt dort auch günstige Kurse, man muss ja nicht gleich einen Personal Coach anheuern. Ich mache das Coaching per Skype auf Englisch. Es soll aber mittlerweile auch einen deutschen Coach geben.

Einen Tag für Fotos

Ich versuche einmal die Woche, die Bilder für alle anstehenden Artikel zu planen und zu knipsen. Das klappt nicht immer, manchmal muss ich das auch spontan machen. Ich habe immer meine Augen offen für schöne Magazine, feine Hintergründe oder anderen Gedöns, womit ich  ansprechende Bilder machen kann. Das nimmt immer sehr viel Zeit in Anspruch, von daher ist es gut, akribisch zu planen.

Rechner aus

Auch wenn ich in Gedanken immer bei Kaerlighed bin, mein Rechner muss abends pünktlich heruntergefahren werden, sonst arbeite ich die Nacht durch. Ich werde dann immer leicht nervös, wenn ich ihn ausschalte, mein Kopf rattert weiter. Spätestens dann ist Zeit für meine abendliche Meditation, alles abschütteln und durchatmen. Der Feierabend muss diszipliniert eingeleitet werden, sonst brenne ich aus.

Ich liege im Normalfall vor 22 Uhr im Bett und lese meist noch ein paar Zeilen, bis mir die Augen zuplumpsen. Mir ist der Schlaf heilig, denn nur ausgeschlafen kann ich produktiv und sein.

Wie bleibst du fokussiert?

#staytrue

Madhavi

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