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Interview mit Oliver Tiemann, Yogalehrer und Künstler

7. Mai 2014

Yogalehrer Oliver Tiemann ist der Hahn im Korb, äh Yogaraum-Hamburg. Als einziger Mann (wenn es nicht grad eine männliche Vertretung gibt!) unterrichtet er dort zwischen all den Frauen Yoga. Ich mag seinen Unterricht sehr, er ist inspirierend und fordernd. Oliver ist außerdem Künstler. Mit seinen filigranen Arbeiten bezaubert er die Yogawelt und bleibt dabei sehr bescheiden. Ich traf ihn zum Gespräch.

Wie setzt du Yoga im Alltag um?

Ich bin niemand, der an jeder roten Ampel in den Handstand springt oder in der U-Bahn im Lotus sitzt. Die Frage müsste eher lauten, wie verändert Yoga meinen Alltag, oder besser mein Sein? Yoga bringt mich mit all seinen unterschiedlichen Facetten in meine Mitte.

Welche Lehrer haben dich geprägt?

Lance Schuler, Clive Sheridan, Susanne Hübner.

Welchen Stil unterrichtest Du und warum?

Vinyasa Flow, weil es eine bewegte Meditation mit Fokus auf die Atmung ist, frei von Doktrin und vorgegebenen Abfolgen. Man kann kreativ sein, was mir immer gefällt.

Oliver Tiemann

 

Deine Freundin (Suse Hübner) ist eine sehr angesehene Yogalehrerin in Hamburg und unterrichtet schon sehr lange Yoga.  Wie war es für dich, als Du nach ihr mit dem Unterrichten anfingst?

Gibt es etwas Schöneres, als in einer Partnerschaft gleiche Ziele und Ansichten zu verfolgen? Ich konnte mir am Anfang meines Unterrichtens wertvolle Tipps und Anregungen von Suse holen und fing mit meinen ersten Stunden ja auch im Yogaraum an, wo mich jeder kannte. Das machte es mir relativ einfach.

Bist Du Vegetarier?

Ich bin Vegetarier, weil ich die Meinung vertrete, dass kein Tier von mir gegessen werden möchte.

Bild 5

Wie sieht deine eigene Yoga-Praxis aus?

So oft wie möglich, am liebsten im Yogaraum. Mit Anmut und Fokus auf die Atmung habe ich es am Liebsten. Das Jetzt erleben!!

Du bist auch Künstler, wie verbindest du das mit Yoga?

Kunst und Yoga haben viele Ähnlichkeiten, man lässt etwas aus dem Nichts entstehen. Für beides braucht man viel Geduld, Achtsamkeit und Hingabe und plötzlich ist man glücklich und fühlt sich verbunden.

In den Yogaklassen sind größtenteils Frauen anwesend. Machen sie dir Avancen?

Laut Duden bedeutet das Wort Avancen: jemandem Avancen machen (jemandem entgegenkommen, um ihn für sich zu gewinnen) Ein Schüler braucht mich nicht für sich gewinnen.  Das hat er schon automatisch in dem Moment, wenn er vor mir auf seiner Matte sitzt.

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Wie hat Yoga dich verändert?

Mein Lehrer Lance Schuler hat uns auf unserem Teacher Trainig gefragt, wie lange wir schon Yoga praktizieren. Brav antwortete jeder, seit wann er Asanas praktiziert, doch das war nicht die Antwort auf die Frage. Yoga bedeutet mehr, als nur das Üben der Asanas, es ist eine Anschauung oder Einstellung dem Leben gegenüber. Da ich fast mein ganzes Leben lang  künstlerisch tätig bin, sind Achtsamkeit und Bewusst-Sein schon immer Teil meines Daseins. Durch das Üben der Yoga-Stellungen wird man natürlich mit einem besseren Körperbewustsein und mehr Flexibilität (auch im Geist) ausgestattet, was einem vieles erleichtert. Es gibt nichts Besseres, um sich nach einem anstrengenden Tag zu erden, oder sich auf einen Tag vorzubereiten, oder es einfach nur grundlos zu machen.

„Yoga verändert dein Leben von innen heraus. Teilweise registriert man das nicht sofort, doch plötzlich merkst du, alles ist gut!“

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Du lebst ein paar Monate im Jahr in Indien. Was sind deine Lieblingsplätze und warum?

Es gibt so viele Plätze in Indien die ich liebe –  bei einigen weiss ich noch nicht einmal warum. Vielleicht liegt es an der Magie des Moments, die man dort überall finden kann. Varanasi ist eine meiner Lieblingsstädte in Indien. Hindus fahren dort gerne hin um am heiligen Ganges zu sterben und trotzdem verstrahlt die Stadt eine Lebensfreude, wie man sie selten erlebt.

Vielen Dank für das Gespräch!

www.olivertiemann.de

www.yogaraum-hamburg.de

 

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