Yogalehrer
Yoga

Unterstütze deinen Yogalehrer!

Ich las neulich irgendwo, dass Deutschland keine wirklich guten Yogalehrer hat.

Ich lächelte milde über diese Aussage und dachte nach. Stimmt das? Ohne Frage ist es toll, dass die Stars der Yogaszene sich in unsere Dörfer bewegen, um uns zu unterrichten. Es ist herrlich, einen Workshop von inspirierenden Yogalehrern aus den USA in Berlin besuchen zu können und dafür nicht extra nach New York fliegen zu müssen. Das spart Zeit, Geld und Organisation. Wunderbar, daß wir die Möglichkeit bekommen, mit Lehrern zu praktizieren, die aus Übersee kommen und somit vielleicht auch einen ganz anderen Lehransatz haben. Jeder Lehrer bringt seinen eigenen Stil, seine ganz eigene Art mit sich.

Dennoch muß ich sagen, daß Deutschland sehr wohl super versierte Yogalehrer hat. Sie brauchen sich absolut nicht zu verstecken oder die „Großen“ anzuhimmeln. Die letzten Workshops, die ich bei bekannten, amerikanischen Yogalehrern besucht habe, waren schon nett. Aber: ich habe nichts Neues gelernt. War danach nicht übermäßig hoch inspiriert. Weder Sequenz, Präsenz noch Themen waren außerordentlich anders oder bahnbrechend. Manchmal war ich sogar sehr enttäuscht.

Deutschland hat tolle Yogalehrer. Sie sind inspirierend, Feuer und Flamme für das, was sie tun. Sie stecken soviel Liebe und Geld in ihre Ausbildung, in ihren Wachstum. Gebt ihnen mehr Aufmerksamkeit!

Viele haben durch ihre Ausbildungen im Ausland tolles Wissen und Spirit mitgebracht. Andere wiederum wurden hier ausgebildet und sind auf keinen Fall kleine Lichter. Es ist nicht leicht ein Yogalehrer zu sein. Schon gar nicht, wenn die Schüler sehr unstetig sind.

Das Problem: Wir wollen Leute anhimmeln, ihnen folgen und so sein wie sie. Da macht sich ein angesagter Lehrer aus Übersee natürlich gut. Ist ein Lehrer zur rechten Zeit am richtigen Ort oder kennt er die richtigen Leute, kann es für ihn abgehen wie Schmitz Katze. Das muß aber nicht immer heißen, daß er wirklich ein super Yogalehrer ist. Ich habe angesagte Yogalehrer getroffen, die während eines Workshops die Schüler abschätzend behandelt haben, (äh, was ist denn das? Nagellack?), und jenseits der Bühne auch die grössten Arschlöcher und kein bisschen ethisch korrekt waren. Doch die Leute sind hingeströmt und waren begeistert hoch zehn.

Dieses Rumgespringe von einem Lehrer zum anderen, in der Hoffnung etwas Gescheites von ihnen abzugreifen, kann ganz schön erschöpfend sein. Ich bin der Meinung, daß es an der Zeit ist, sich umzuschauen, ob es nicht einen inspirierenden lokalen Lehrer gibt, der einen unterrichten kann. Somit unterstützt man ihn, vielleicht auch das Studio und alle haben die Möglichkeit, zusammen zu wachsen und sich zu entwickeln.

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, daß es total für die Katz ist, mal einen Workshop von ausländischen Lehrern zu besuchen. Nur den Ansatz, daß nur diese die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, sollten wir schleunigst ablegen.

Schaut euch mal um, ich könnte euch in jeder grossen Stadt mindestens acht fantastische, inspirierende Lehrer nennen. Sie sind es wert. Sie widmen ihr Leben dem Yoga und ihren Schülern. Verdienen meist nicht viel,  investieren aber viel Liebe und Zeit ins Unterrichten. Unterstützt sie bitte. Spart euer Geld und eure Kraft, indem ihr einfach mal zur Ruhe kommt und nicht ständig neues „Wissen“ anhäufen wollt. Gier ist im Yoga und im Leben eh nicht angebracht. Kauft nicht nur euer Gemüse aus lokalem Anbau. Praktiziert auch lokal und unterstützt somit den Yogalehrer eurer Wahl.

Wer ist dein liebster „lokaler“ Yogalehrer?

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