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Yogalehrerin Annika Isterling im Interview

24. Februar 2015
Yogalehrerin

Die strahlende Yogalehrerin Annika Isterling ist ein alter Hase in der Hamburger Yogaszene. Sie war diejenige, die damals das wunderbare Anusara Yoga nach Hamburg brachte und etliche Schüler für diese moderne Yoga-Methode, in ihrem entzückenden Yogastudio im Grindelhof, begeisterte. Dann zog sie nach Berlin, gab ihr Studio auf und unterrichtet seitdem, nun wieder zurück in Hamburg, in verschiedenen Yogastudios oder gibt Privatstunden, die heiß begehrt sind.  Annikas lebensbejahende Einstellung ist höchst ansteckend. Wie keine andere schafft sie es, Menschen zu ermutigen, an sich zu glauben und einen Schritt ins Ungewisse zu wagen. Ich traf sie zum Gespräch…..

Annika, wie bist du zum Yoga gekommen?

Meine erste Begegnung mit Yoga hatte ich mit sieben Jahren. Meine Mutter belegte einen Volkshochschulkurs und zeigte meinem Bruder und mir, wie der Baum, Heuschrecke und Co. aussehen. Was ich als Kind noch ganz lustig fand, empfand ich 12 Jahre später in New York im Yogastudio nur noch als Qual. Schon der erste nach unten schauende Hund war unglaublich mühsam für mich, und so habe ich mich auch nicht direkt ins Yoga verliebt. Durch die Begeisterung einer Freundin in Barcelona habe ich dem Yoga eine zweite Chance gegeben. Wir gingen zuerst 2-3 Mal die Woche ins Yogastudio und am Ende war ich jeden Tag dort. Völlig begeistert! Also Liebe auf den zweiten Blick.

Warum unterrichtest du Yoga?

Vor meiner Yogazeit habe ich 10 Jahre lang als Model im Ausland gelebt. Das Business lief toll für mich, war aber auch unglaublich kräftezehrend. Es wechselte ständig zwischen schönen Momenten, aufregenden Reisen, Bookings und vielen inneren Dialogen von „Nicht-Genug-Sein“, Selbstkritik und Unsicherheit. Durch Yoga hatte ich die Chance, auf eine neue Art mit mir und meinem Körper Frieden zu schließen. Von einer oberflächlichen Betrachtung zu einem bewussten Wahrnehmen und Fühlen zu kommen, war  für mich ungewohnt. Über meine Yogapraxis habe ich mich selbst mehr lieben und annehmen gelernt. Vor allem durch die Anusara Methode, mit ihren inspirierenden Themen. Ich wurde freundlicher zu mir und meiner Umwelt. Diese Liebe und Annahme für das Leben , sich selbst, den eigenen Körper und die Menschen, die einen umgeben, möchte ich gerne weitergeben.

Yogalehrerin

Du modelst nach längerer Abstinenz wieder, lebst quasi in zwei Welten. Ist das schwierig?

Als ich in meiner zweiten Yogalehrer-Ausbildung steckte, merkte ich, dass ich beides nicht miteinander verbinden konnte. Ich hatte das Gefühl, mich komplett aus der Modewelt zurückziehen zu müssen, um mich spirituell und ganzheitlich auf den yogischen Weg einlassen zu können. Heute allerdings ist es meine größte Motivation mit Yoga eine Brücke zu schlagen zur Modewelt, die vermeintlich so anders ist. Ich glaube nicht an Stereotypen-Yogis. Für die Modewelt ist Yoga eine absolute Bereicherung. Das ständig nach außen gerichtete Leben bekommt einen selbstbewussten Kern und umgekehrt freue ich mich, wenn es in der Yoga-Welt ein bisschen bunter wird. Ich fühle mich in beiden Welten zu Hause. Dadurch, dass ich das auch glaubhaft lebe und meine Sprache als Yogalehrer dem angepasst habe, merke ich, wie ich Menschen erreiche, die vorher nicht mal an Yoga gedacht haben. Genau das finde ich spannend!

Du hast Anusara Yoga damals nach Hamburg gebracht und hattest im Grindelhof dein eigenes Yogastudio. Mal ehrlich, so ein Studio kann schon ein Klotz am Bein sein, oder?

Ich habe großen Respekt vor Yogis, die eine Vision und die Courage haben, ein eigenes Studio zu eröffnen und wünsche mir sehr, dass es noch viel mehr tun. In Hamburg fehlt es in einigen Stadtteilen immer noch an Yogastudios und die Zahl der Lehrer und Praktizierenden wächst. Ein Yogastudio bedeutet natürlich auch viel Verantwortung und Einsatz. Von Klopapier, Extra-Schlüssel, Reparaturen und Vertretungslehrer muss alles organisiert werden. Dann kommt da noch das ganze Administrative dazu. Da hat man schon eine Menge neben dem Unterrichten zu tun. Mir hat es damals auf jeden Fall unheimlich gut getan und mich nach einem turbulenten Leben sehr geerdet. Durch einen Umzug nach Berlin habe ich mein Studio abgegeben. Zurück in Hamburg sehen mein Lebensplan und meine Projekte nun ganz anders aus. Ich bin glücklich ohne Studio zu sein, dafür umso dankbarer, in zwei tollen Yogastudios wie das Monkeymind Yogastudio und dem Yogaloft unterrichten zu dürfen.

Wie sieht deine eigene Yogapraxis aus?

Ich stehe morgens um 6.00 Uhr auf, folge einigen ayurvedischen Reinigungs-Ritualen und meditiere, bevor mein Mann und meine zwei Kinder aufstehen. Ich liebe diese Zeit ganz für mich am frühen Morgen. Am späten Nachmittag praktiziere ich zu Hause für 15-45 Minuten Asanas. Am Wochenende habe ich dann auch mal Zeit für längere Einheit von 90-120 Minuten. Einmal im Jahr gönne ich mir ein Yogaretreat zum Auftanken und Erholen. Da liebe ich es, einfach nur Schüler zu sein!

Yogalehrerin

Welcher Lehrer inspiriert dich besonders? Warum?

Elena Brower für ihre inspirierende Themen, eigene Sprache und ihre Art, sich neu zu erfinden. Marc Holzman für sein liebevolles, sonniges Wesen und seine Art, die Schätze des Ayurveda zu vermitteln. Steven Espinosa für seine unaufgeregte, authentische und herzliche Art. Doug Keller mit seinem unglaublichen Wissen für den menschlichen Körper, und wie er es mit seiner Yogatherapie verbindet, um Menschen zu helfen. Meghan Currie, weil ich mir wünschen würde,  irgendwann halbwegs so ästhetische Rückwärtsbeugen hinzubekommen. (Is she really human?)

Was darf sich in der Yoga-Welt verändern?

Oh… ich glaube, da bewegt sich schon ganz viel. Ich hoffe, dass so schöne Festivals wie Yoga. Wasser. Klang vor allem auch die Yogalehrer noch ein bisschen mehr untereinander verbindet und wir uns gegenseitig mehr vernetzen.

Model, Yogalehrerin, Coach, Mutter, Ehefrau, Hausfrau….klingt ganz schön anstrengend. Wie kriegst du das alles auf die Reihe?

Das frage ich mich auch immer wieder. (schallendes Gelächter, Anm. der Redaktion) Ich hab eine tierische Motivation für meine Yoga- und Coaching-Projekte, da mache ich dann alles möglich, ohne groß darüber nachzudenken. Gut, dass mein Mann es schafft, mich hin und wieder, besonders im Urlaub, auszubremsen, um einfach mal nichts zu tun. Seit ich Mutter bin, habe ich mit jedem Kind ein schlechtes Gewissen dazu bekommen. Ich habe immer wieder mal das Gefühl, nicht genug mit ihnen zu machen, und zu viel Zeit mit Yoga & Unterrichten zu verbringen. Aber ich habe auch gelernt, dass wenn es mir gut geht und ich durch meine Arbeit beflügelt bin, ich ihnen auch eine ausgeglichene Mama sein kann. Meine absolute Rettung ist Ama (meine Mutter). Sie lebt auch in Hamburg und unterstützt mich nicht nur als unglaubliche Köchin bei meinen Ostsee-Yogaretreats, sondern macht ganz tolle Sachen mit den Kids und erlaubt es mir dadurch, zweimal pro Woche Abendkurse zu geben.

Ohne welches Beauty-Produkt kannst du momentan nicht leben?

Seit ich Natascha und ihre Produkte Schönheitsmahl kenne, habe ich eine wunderbare Haut. Das war vorher ganz und gar nicht so. Durch das ewige Make-up wechseln (während der Fashion-Shows bis zu 4-mal am Tag) hatte ich Akne bekommen, die durch Kosmetik und Make-up Produkte entstand. Ich konnte gar nichts mehr benutzen, ohne dass meine Haut explodierte. Nach einem halben Jahr in Nataschas Händen war alles weg. Ihre Hautpflege-Produkte sind sensationell. Sie mischt sie frisch zusammen, perfekt abgestimmt auf das derzeitige Hautbild. Es ist auch nichts drin was da nicht reingehört, das liebe ich.

Yogalehrerin

Verrätst du uns, wie du dich neben Yoga frisch und munter hältst?

Viel Wasser trinken! Ich merke sofort am nächsten Tag wie viel besser meine Haut aussieht und wie viel fitter ich mich fühle. Was jetzt bestimmt keiner hören will: Vor 22 Uhr schlafen legen. Mein Kumpel Felix hat mich vor Kurzem fürs Bouldern begeistert. Das ist auch wirklich erfrischend, wenn man auf einem Mini-Tritt steht und seine gerade gewonnene Sicherheit aufgeben muss, um einen Schritt ins Unbekannte zu machen, oder sich auf nur einen Arm verlassen muss, um einen höher gelegenen Griff zu erklimmen.

Was liest du gerade?

The War of Art von Steven Pressfield. Es ist so spannend zu erfahren, warum wir uns manchmal selbst im Weg stehen, warum die Angst, etwas zu Ende zu bringen uns lähmen kann – und welche inneren Widerstände es gibt, die uns vom Erfolg abhalten. Ein tolles Buch nicht nur für Künstler, Schriftsteller und Lehrer!

Was bringt dich so richtig schön auf die Palme?

Geiz und Unehrlichkeit.

Mehr über Annika Isterling findet ihr unter www.annikaisterling.com

 

 

Fotocredit: Felix Matthies

Madhavi Guemoes

Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga – was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.


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