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Sat Kriya – Wie du dich schnurstracks wieder besser fühlen kannst

5. November 2018
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Wer keine Zeit für seine spirituelle Praxis hat (oder meint, ähem, keine zu haben), kann mit Sat Kriya alles in einem Rutsch abfrühstücken. Und das schon in drei Minuten. Irre gut, oder?

Sat Kriya gehört zu den kraftvollsten Übungen im Kundalini Yoga und ist von großer Bedeutung. Sie kann unheimlich viel und man sollte sie keinesfalls unterschätzen, weil sie nicht so glamourös daherkommt wie andere Yogaübungen.

Ich feiere heute meinen 100. Tag Sat Kriya, seit dem Sommer habe ich es täglich geübt, es war nicht immer ein Spaziergang, aber es hat sich gelohnt, durchzuhalten.

Sat Kriya kann, auf längere Zeit angewandt, das ganze Wesen auf eine positive Art und Weise verändern, denn Sat Kriya wirkt auf allen Ebenen in uns, den bekannten und unbekannten, gleichzeitig.

Auch wenn diese Übung nur drei Minuten praktiziert wird, geschieht eine Veränderung. Man fühlt sich schnurstracks ausgeglichener, kraftvoller, mutiger, fröhlicher, aufgeräumter. Quick-fix sozusagen.

Sat Kriya ist ein absoluter Segen für die inneren Organe, weil sie durch diese Übung eine sanfte Massage erhalten. Der gesamte Energiefluss wird im Körper angeregt und Blockaden können sich somit leichter lösen.

Ein Lehrer erzählte mir neulich, dass man mit Sat Kriya unheimlich viel Karma verbrennen und neurotische Geschichten aus der Vergangenheit auslöschen könne. Wer will das nicht?

Wer für nichts anderes Zeit hat, der sollte wenigstens diese drei Minuten am Tag investieren, um den Körper und Geist frisch, gestärkt und strahlend zu halten. Drei Minuten….wer die nicht hat, hat tatsächlich ein Problem!

So geht Sat Kriya

Sat Kriya kann für 3, 7, 11, 22 oder 31 Minuten geübt werden. Lieber klein anfangen und täglich dranbleiben als überstürmisch einzusteigen und nach drei Tagen zusammenzubrechen.

Ich habe meine Sat Kriya Praxis wirklich langsam gestartet und bin jetzt bei 31 Minuten täglich angelangt. Als ich anfing, hatte ich nach drei Minuten schon das Gefühl, meine Arme würden abbrechen. Das geht vorbei, keine Sorge.

  1. Auf die Fersen setzen, am besten auf eine gepolsterte Unterlage.
  2. Mit dem Eingangsmantra Ong Namo, Guru Dev Namo einstimmen.
  3. Die Arme nach oben ausstrecken, Oberarme eng an die Ohren geben, die Schultern entspannen, Schulterblätter nach unten fließen lassen.
  4. Handflächen eng aneinander geben (nicht so lasch wie ich auf dem Foto oben) und die Finger verschränken, nur die Zeigefinger nicht, die bleiben nach oben ausgerichtet. Wer sich männlicher fühlt, gibt den rechten Daumen über den linken, wer sich weiblicher fühlt, den linken Daumen über den rechten.
  5. Sat chanten und dabei den Nabel ruckartig einziehen. Bei Nam den Bauch wieder loslassen.
  6.  Nach dieser Übung ganz tief einatmen, Mulabandha einen Moment halten, alle Muskeln und Gesäß anspannen und die Konzentration auf das 3. Auge richten. Dann ausatmen auch hier noch mal halten, alle Körperschleusen (Mahabandha) verschliessen und dann ausatmen. Danach ein paar Minuten Zeit nehmen, um in Savasana zu entspannen. Das Abschlussmantra May the longtime nicht vergessen.

Es ist ganz wichtig, mit Sat Kriya gewissenhaft umzugehen und sachte anzufangen. Nach dieser Kriya können natürlich noch weitere Übungen praktiziert werden oder sie kann auch Teil des Sadhanas sein.

Der Kundalini Yogalehrer Jai Dev Singh bietet auch gerade eine 40-Tage Challenge mit Sat Kriya an, ich mag seinen Unterricht sehr und übe mit ihm schon eine längere Zeit. Als ich mein letztes Buch geschrieben habe, hat mir sein Unterricht sehr viel Kraft gegeben.

Außerdem kann ich das kostenlose Video von Simrit sehr empfehlen. Sie ist die Frau von Jai Dev Singh und eine wunderbare Kundalini Yogalehrerin und begnadete Musikerin.

Ich habe mir vorgenommen 900 weitere Tage Sat Kriya zu üben, dann habe ich 1000 Tage voll. Ich bin sehr gespannt, ob ich das durchhalte. Die 100 Tage haben mir auf jeden Fall sehr gut getan und mich schon sehr transformiert.Ich starte mit dieser Übung in den Tag. Denn wenn ich meine Mitte stärke, haut mich nichts so schnell um!

#staytrue

Madhavi

 

© Maria Schiffer

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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