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Selbstachtung – Warum manchmal die Rote Karte zeigen hilft.

29. Juli 2014

Vor ein paar Tagen hatte ich ein interessantes Gespräch mit einer Bekannten aus New York. Sie sagte zu mir: „ Meine Mutter behandelt mich bei jedem Treffen so unterirdisch, dass ich mich danach am liebsten aus dem Fenster stürzen würde. Sie ist so unberechenbar, macht mich klein und ist so unglaublich verletzend. Jedoch versuche ich im Herzen zu bleiben und sie als eine Person zu sehen, an der ich wachsen kann.“

Ich schluckte. Ich versuchte zu verstehen. Ich kenne Quengeleien aus der Familie nur zu gut. Und musste widersprechen. Eine tolle Einstellung, Menschen, die einem die Knöpfe drücken, als Herausforderung zu sehen – um an ihnen zu wachsen. Gerade wenn es sich um die Eltern handelt. Da bin ich voll dabei. Nur bin ich der Meinung, dass bei ständigen übertreten der Grenze auch mal mutig die Rote Karte gezeigt werden darf.

“Surround yourself with the dreamers and the doers, the believers and thinkers, but most all, surround yourself with those who see greatness within you, even when you don’t see it yourself.”

Selbstliebe und Selbstachtung

Manchmal sind es Freunde, die einem nicht guttun, manchmal sind es Familienmitglieder. Ich mache da längst keine Unterschiede mehr. Warum soll ich mein kostbares Leben mit Menschen schmücken, die mir das Leben schwer machen? Die mich verletzen, mir nichts gönnen und missgünstig hinter meinem Rücken reden? Nö. Nicht mit mir. Das hat für mich etwas mit Selbstliebe und Selbstachtung zu tun.

Neulich las ich diesen Spruch: „Keep company with the wise and you will become wise. If you make friends with stupid people, you will be ruined.“ Da ist etwas Wahres dran. Wer nur negative und verletzende Menschen um sich herum scharrt, der wird sicher unweigerlich in diese Aura hineintauchen. Ich bin ganz vorsichtig, wen ich in mein Team lasse. Ja, manchmal falle ich auch auf die Schnauze. Das gehört dazu.

Generell suche ich mir  Menschen in meinem Umkreis sehr gut aus. Es hilft natürlich sehr, sich bewusst zu machen, was man für Menschen in seinem Leben haben möchte. Was will ich in eine Freundschaft investieren, was brauche ich, um eine Freundschaft überhaupt entstehen zu lassen?

Vertrauen – Der Schlüssel zur Freundschaft

Für mich ist Vertrauen sehr wichtig. Was nützt mir ein Mensch in meinem Freundes- oder Familienkreis, der schlecht über mich redet oder sogar Geheimnisse ausplaudert? Ich muss das Gefühl haben, einfach sein zu dürfen. Mich zeigen zu können. Muss ich immer in Habachtstellung sein, kann ich mich nicht entfalten. Ich möchte auf einen Menschen zählen können.

Man kann Menschen, die einen schlecht behandeln ständig entschuldigen. Es gibt immer einen Grund. Ein Mann, der eine Frau ständig mies behandelt (oder umgekehrt) hatte vielleicht nur mal wieder einen schlechten Tag. Kann man nachsehen, muss man aber nicht. Genauso ist es mit Freunden oder Familienmitgliedern. Heikles Thema. Oft ist es die Angst, etwas zu sagen. Zu handeln. Ein Nein in die Welt zu schmettern. Doch das Leben ist kurz. Warum dann nicht die kostbare Zeit mit fantastischen Menschen füllen? Eben!

 

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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