Lifestyle

Spiritual Kids // Warum ich meinen Kindern Social Media & Computerspiele erlaube

3. August 2018
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Es gibt eine neue Rubrik: Spiritual Kids. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diese Rubrik einführe und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich eine Menge zu teilen habe, schließlich habe ich mittlerweile zwei Teenager. Sie sind mit Spiritualität, makrobiotischer und veganer Ernährung großgeworden. Mir ist wichtig, dass sie trotzdem ein stinknormales Leben führen können und nicht weltfremd durch die Welt ziehen.

Ich bekomme sehr viele Mails mit Fragen über spirituelle Kindererziehung oder Ernährung, Fragen wie ich bestimmte Themen handhabe und möchte meine Meinungen dazu äußern, ohne als Klugscheißerin dazustehen.

„Erziehung“ ist eh ein sehr ungelenkes Wort, ich nenne es gern Kinderentfaltung. Letztendlich muss jedes Elternteil selbst herausfinden, was für die Familie gesund und nährend ist.

Heute geht es um die Themen Social Media, Computerspiele und das Nutzen von Mobiltelefonen.

Beide Kinder haben mit neun Jahren ein eigenes Smartphone bekommen. Wir haben ihnen unsere abgelegten Telefone zum Geburtstag geschenkt und sie damit sehr glücklich gemacht. Klar.

Mir war es wichtig, dass sie einen natürlichen Umgang mit dem Mobiltelefon bekommen, sich mit ihren Freunden verabreden können, und ich eine gewisse Sicherheit habe, wenn sie unterwegs sind.

Meine Kinder gehen auf eine skandinavische Schule, dort haben Kinder ziemlich früh mit technischen Geräten zu tun, von daher war das jetzt auch nichts Ungewöhnliches. Früher habe ich immer gedacht, bevor sie 14 Jahre alt werden, gibt es sowas nicht in unserem Haus, sie sollen auf Bäume klettern und Blümchen pflücken. Pustekuchen.

Natürlich war Social Media auch ein Thema bei uns. Beide wünschten sich einen Account bei Instagram und Snapchat. Da war mir wichtig, dass sie geschlossene Accounts haben, ich noch eine gewisse Zeit Kontrolle darüber habe.

Meine Kinder haben überall Freunde, weil aus der skandinavischen Schule immer wieder jemand in das Heimatland zurückgeht. Mit denen wollen sie natürlich auch in Kontakt bleiben.

Zudem war mir sehr wichtig, dass meine Kinder kein Foto von sich als Profilfoto einstellen, oder wenigsten das Gesicht nicht zu sehen ist.

Es ist erschreckend, was bei meinen Kindern im Internet schon passiert ist. Sie sind Fans von YouTube Stars und folgen diesen auf Instagram.

Schon oft bekam besonders meine Tochter anzügliche Nachrichten von älteren Herren, die Kindern von den Accounts der YouTube Stars abgreifen. Da ich das natürlich vieles vorher lese, mache ich Screenshots und drohe ihnen, sie anzuzeigen.

Ich kläre meine Kinder komplett darüber auf, was im Internet alles passieren kann, worauf sie achten müssen und worauf sie niemals reagieren sollten. Was soll ich sagen, seitdem sie ihre Social Media Accounts haben, interessiert es sie nicht mehr die Bohne, keiner teilt das Essen auf Instagram oder macht lustige Filmchen auf Snapchat.

Auch ihr Telefon ist ihnen irgendwie schnuppe, wenn ich oder andere sie anrufen, gehen sie nie ran, meistens ist es sogar aus.

Computerspiele

Mein Sohn hat eine eigene Playstation. Spiele spart er sich selbst zusammen, bekommt sie zum Geburtstag oder Weihnachten. Auch hier habe ich lange überlegt.

Ich bemerke, wie er sich in der virtuellen Welt unglaublich gut arrangieren kann, was sich auch auf den Alltag auswirkt.

Wenn er etwas nicht weiß, recherchiert er bis zum Umfallen, bis er es herausgefunden hat. Er trifft sich virtuell abends mit seinen Freunden, mit denen er tagsüber schon viel Zeit in der Schule, oder danach verbracht hat.

Gemeinsam erschaffen sie eine neue Welt, lernen zusätzlich Teamgeist und helfen sich gegenseitig. Er spricht fließend Englisch, da er englischen YouTube Kanälen folgt.

Ich achte sehr darauf, dass alles in Balance bleibt. Wenn sie liebevolle und empathische Wesen sind, ihren Verpflichtungen im Alltag nachkommen, genug frische Luft atmen, es gut in der Schule läuft, haben sie all Freiheiten der Welt.

Mittlerweile habe ich diese Verantwortung an beide abgegeben, da ich ihnen zutraue, klug zu handeln. Und es funktioniert. Nach der Schule lesen sie, machen Yogaübungen, meditieren oder liegen erschossen in der Ecke und entspannen.

Am späten Nachmittag dürfen sie entweder ihre Serie schauen, oder ihre Videospiele spielen. Manchmal interessiert es sie auch nicht und sie sind in andere Dinge versunken.

Es ist eine neue Zeit

Für mich ist es glasklar, dass Kinder dieser Zeit einfach anders aufwachsen und funktionieren. Wenn ich ihnen die neuen Technologien verwehre, helfe ich ihnen nicht unbedingt weiter. Sie lernen jetzt schon, mit gewissen technischen Geräten und Situationen umzugehen. Ich bin mir sicher, dass es sehr erheblich für das weitere Leben ist.

Da sie in einem spirituellen Umfeld aufwachsen, haben sie verschiedene Eindrücke, unterschiedliche Werkzeuge, um mit dem Leben klarzukommen. Ich glaube, dass es nicht gut ist, Kindern die neuen Technologien zu verwehren, nicht in einer Zeit wie dieser. Ich vergleiche nicht meine Jugend mit der meiner Kinder.

Vor ein paar Tagen kam mein Sohn zu mir und meinte: „Mama, weißt du was, ich werde ab jetzt nicht mehr viel auf der Playstation spielen, ich möchte meine Zeit lieber investieren, Schauspiel zu erlernen.“

Ich habe bis jetzt viel erlaubt, bin aber trotzdem eine sehr klare Mutter, die schon immer wunderbar Grenzen ziehen konnte. Alles in Maßen ist meine Devise. Damit bin ich bis jetzt sehr gut gefahren.

#staytrue

Madhavi

P.S. Es gibt dazu unterschiedliche Meinungen. Alles darf sein. Eltern und auch Kinder sind unterschiedlich. Ich teile hier nur meine Erfahrungen.

Foto // Maria Schiffer

Madhavi Guemoes
Madhavi Guemoes dachte mit 15, dass sie das Leben vollständig verstanden habe, um 25 Jahre später zu erkennen, dass dies unmöglich ist. Sie arbeitet als freie Autorin und Vollzeit-Bloggerin in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Wenn sie nicht in die Tasten haut, versucht sie auf dem Kopf zu stehen. Madhavi praktiziert seit mehr als 25 Jahren Yoga - was aber in Wirklichkeit nichts zu bedeuten hat.
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